Kassensystem mit Waage: Gewichtsbasierter Verkauf mit Shopify POS ohne Plus-Tarif
Das Wichtigste in Kürze
- Shopify POS kennt von Haus aus keinen Verkauf nach Gewicht. In der Hilfe steht dazu nichts, und in der Shopify Community gilt jeder Weg als Umweg.
- Der übliche Weg im Lebensmittelhandel ist ein Waagenbon mit Barcode, in dem Artikelnummer und Gewicht oder Preis stecken. Die Kasse muss diesen Barcode zerlegen können.
- Fertige Apps wie Price Embedded Barcode Scanner oder Filljoy Sell by Weight lesen solche Barcodes oder erlauben Dezimalmengen, ab 25 US-Dollar im Monat.
- Ein Berliner Feinkosthändler mit vier Läden, dessen Kassen ich gerade auf Shopify POS umstelle, bekommt eine eigene App mit Cart Transform, weil Shopify Plus dort nur für diese eine Funktion nötig gewesen wäre. Das Projekt läuft, der Go-live ist für Januar 2027 geplant.
- Die Fehler in den Tests lagen bisher in den Daten und nicht in der Software: Nummern im falschen Feld, fehlende Prüfziffern und eine Bonnummer, die nicht eindeutig war.
Ein Kassensystem mit Waage gehört in vielen Feinkost- und Lebensmittelläden zur Theke. Käse, Wurst, Obst und Salate gehen nach Gewicht über den Tresen, die Waage druckt einen Bon mit Barcode, und die Kasse scannt ihn. Wer seinen Onlineshop auf Shopify hat und die Läden auf Shopify POS umstellen will, steht vor der Frage, ob die Kasse diesen Bon versteht. Von sich aus tut sie das erstmal nicht.
Bei einem Berliner Feinkosthändler mit vier Läden stelle ich gerade die Kassen auf Shopify POS um. Gewogene Ware war dort von Anfang an die offene Frage. Shopify hatte dafür auf Shopify Plus verwiesen, und in der Planung vom April 2026 standen rund 2.000 Euro im Monat gegen rund 40 Euro für den heutigen Tarif. Gelöst wird es jetzt mit einer eigenen kleinen App. Hier steht, was Shopify POS bei Gewichtsware kann, welche fertigen Apps es gibt, wie die Kette von der Waage bis zur Warenwirtschaft im Projekt aussieht und welche Fehler bisher nicht in der Software lagen.
Das Projekt ist ein Beispiel und keine Vorlage für jeden Laden. Der Dry Run in der ersten Filiale ist für Oktober geplant, der Go-live für Januar 2027. Alles zum Ablauf ist also Planstand und Testergebnis, kein Betrieb.
1Kassensystem mit Waage: Was Shopify POS bei gewogener Ware kann und was nicht
Shopify POS verkauft in ganzen Stück. Jede Position im Warenkorb ist eine Variante mit festem Preis und einer Stückzahl ohne Nachkommastelle. Daran hat sich auch mit den letzten Editionen nichts geändert. Ein Gewicht kannst Du an der Kasse nicht eingeben, eine Waage lässt sich nicht direkt anschließen. Im Beitrag zu Shopify POS in Deutschland steht das als eine der Lücken, die Shopify für den deutschen Handel nicht mitbringt.
In der Shopify-Hilfe gibt es zum Verkauf nach Gewicht keinen Eintrag. In der Shopify Community schreibt ein erfahrener Nutzer Ende 2024, Shopify sei nicht für den Verkauf nach Gewicht gebaut, und alles sei ein Umweg. Die neuesten Antworten in dem Thread vom September 2026 verweisen eben weiter auf Apps.
Was Shopify mitbringt, ist der Barcode. Seit dem 8. September 2026 kann eine Variante laut Changelog bis zu 20 Barcodes haben, jeder mit einem Typ wie EAN oder GTIN, oder als „Custom“ für interne Nummern. Die Kasse findet die Variante über jeden davon. Den Barcode auf einem Waagenbon löst die Kasse damit aber nicht auf, denn der Code ändert sich mit jedem Bon, weil Gewicht oder Preis darin stecken.
Damit bleiben drei Wege. Du führst gewogene Artikel in einer kleinen Einheit und tippst das Gewicht als Stückzahl, Du nimmst eine App, die den Waagenbon liest oder Dezimalmengen erlaubt, oder Du lässt eine eigene Anbindung bauen. Welche Einheit ein Artikel bekommt, hängt übrigens auch davon ab, ob er als Produkt oder als Variante angelegt wird, dazu gibt es einen eigenen Beitrag.
Wer nur wenige gewogene Artikel hat, führt sie in der kleinsten Einheit, zum Beispiel 10 Gramm zu 0,10 Euro, und tippt das Gewicht als Stückzahl ein. Das geht ohne App, rundet aber eben auf die Einheit, und an der Theke muss jemand den Bon ablesen und die Zahl eingeben. Für einen Hofladen mit drei Sorten Äpfeln kann das reichen, für eine Käsetheke mit Schlange eher nicht.
2Der Waagenbon: Was im Barcode steckt und warum die Prüfziffer zählt
Etikettierwaagen drucken in der Regel einen EAN-13 auf den Bon, dreizehn Stellen mit festem Aufbau. Die ersten beiden Stellen sind ein Präfix aus dem Bereich 20 bis 29, der für interne Nummern reserviert ist. Danach folgt eine Artikelnummer, oft die PLU der Waage, dann ein Wertfeld mit dem Gewicht in Kilogramm mit drei Nachkommastellen oder dem Preis in Euro mit zwei Nachkommastellen. Die dreizehnte Stelle ist die Prüfziffer nach Modulo 10.
Ein Beispiel aus einem Informationsblatt von GS1 Austria: Der Code 2712345001236 besteht aus dem Präfix 27, der Artikelnummer 12345, dem Gewicht 00123 für 0,123 Kilogramm und der Prüfziffer 6. Welches Präfix für Gewicht und welches für Preis steht, ist je Land festgelegt und wird an der Waage eingestellt.
Im Projekt liest die Kassen-App aus dem Bon die Artikelnummer und das Gewicht und rechnet mit dem Kilopreis aus Shopify den Preis aus. Dafür muss zu jeder Artikelnummer der Waage eine Variante in Shopify passen. Da lagen bisher die meisten Fehler, keiner davon in der Software.
Bei einem Teil der Artikel stand die EAN im falschen Feld, etwa in der SKU statt im Barcode. Bei anderen fehlte die Prüfziffer, die Nummer hatte also nur zwölf Stellen. Beides sieht im Admin harmlos aus. An der Kasse findet der Scan dann aber keine Variante, weil der Code nirgends passt. Beim Test am 9. Oktober 2026 kam ein dritter Fehler dazu. Ein gescannter Waagenbon wurde einem älteren Testbon mit derselben Endnummer zugeordnet, und die Positionen im Warenkorb passten nicht zum Bon. Laut Fehlerbericht lag vermutlich noch ein Bon aus einem früheren Test in der Datenbank. Der Fehler ist gemeldet und beim Schreiben nicht behoben. Die Belegnummer der Waage muss also eindeutig sein, weil die Kasse den Bon ja nur darüber findet.
- Jede Artikelnummer der Waage hat in Shopify eine Variante mit demselben Code im Barcode-Feld, nicht in der SKU.
- Jeder Code hat dreizehn Stellen, die letzte ist die Prüfziffer.
- Die Waage vergibt Belegnummern, die sich auch über Tage und Filialen hinweg nicht wiederholen.
- Der Kilopreis steht in Shopify an der Variante, nicht nur an der Waage, sonst rechnen Bon und Kasse verschieden.
3Fertige Apps aus dem App Store: Wann sie reichen
Bevor Du etwas bauen lässt, schau erstmal in den App Store. Drei Apps decken das Thema ab, die Angaben stammen von ihren App-Store-Seiten vom 14. Oktober 2026. Im Betrieb getestet habe ich keine davon.
Price Embedded Barcode Scanner von Filljoy liest UPC-A- und EAN-13-Codes mit eingebettetem Preis oder Gewicht, wie sie Etikettierwaagen drucken. Die Position landet dann mit Gewicht und Preis je Einheit im Warenkorb von Shopify POS. Abgerechnet wird je Kilogramm, 100 Gramm oder Pfund. Die App kostet 49 US-Dollar im Monat plus 10 US-Dollar je weiterem Kassenstandort, ist seit 2020 im Store und hatte 5,0 Sterne bei 12 Bewertungen. Sie kommt dem Weg im Projekt am nächsten.
Filljoy Sell by Weight for POS vom selben Anbieter geht den anderen Weg. Der Mitarbeiter gibt an der Kasse eine Dezimalmenge ein, mit manueller oder gespeicherter Tara, danach passt die App den Bestand an. Eine Waagenanbindung ist laut App-Seite möglich, braucht aber besondere Hardware. 25 US-Dollar im Monat plus 10 je weiterem Standort, 4,6 Sterne bei 40 Bewertungen.
Measura von Atomic POS geht ähnlich vor, verkauft auch nach Länge, Fläche oder Volumen und beginnt bei 9,99 US-Dollar im Monat, 5,0 Sterne bei 37 Bewertungen. Zu Barcodes von Waagen steht auf der App-Seite nichts.
Eine fertige App passt, wenn Deine Waage den Preis-Barcode druckt und die Kasse ihn nur lesen muss, oder wenn Du das Gewicht an der Kasse eintippen kannst. Sie reicht nach meinem Stand aber nicht, wenn hinter der Kasse eine Warenwirtschaft den Bestand in Gramm führt, Charge und Mindesthaltbarkeit bucht und die Wiegedaten dorthin müssen. Dann liest die App den Bon, aber die Daten kommen nicht dort an, wo der Bestand geführt wird. Welche Apps sich in meinen Projekten sonst bewährt haben, steht im Beitrag zu den Apps, die man wirklich braucht.
Reicht bei Dir eine App aus dem App Store?
In der POS-Beratung gehen wir Deine Waagen, einen echten Bon und Deine Warenwirtschaft durch. Danach weißt Du, ob eine App reicht oder ob es eine eigene Anbindung braucht. 30 Minuten, ohne Folie.
4Der Weg im Projekt: Eigene App mit Cart Transform statt Shopify Plus
Beim Feinkosthändler kamen drei Dinge zusammen. Der Bestand wird in der Warenwirtschaft geführt, mit Charge und Mindesthaltbarkeit, und die Wiegedaten müssen dort ankommen. An der Kasse hängen mehrere Systeme, nämlich Waage, TSE und Warenwirtschaft. Und Shopify Plus wäre nur wegen dieser einen Funktion nötig gewesen. Laut Preisseite beginnt Plus bei 2.500 US-Dollar im Monat bei einem Jahr Laufzeit und bei 2.300 US-Dollar bei drei Jahren. Die rund 2.000 Euro gegen rund 40 Euro aus der Einleitung sind Planwerte aus dem Entscheidungsprotokoll vom April 2026.
Der Weg über eine eigene App hat allerdings einen Haken. Laut shopify.dev laufen öffentliche Apps mit Shopify Functions in jedem Tarif, eigene Custom Apps mit Functions aber nur mit Shopify Plus. Deshalb wurde die App im Projekt als öffentliche, nicht gelistete App eingereicht. Sie steht nicht im App Store, läuft aber über denselben Weg wie eine App aus dem Store.
Die Function dahinter ist Cart Transform. Damit darf eine App Zeilen im Warenkorb verändern, etwa eine Zeile in Bestandteile aufteilen oder mehrere Zeilen zusammenfassen. Nur das Überschreiben von Preis, Titel oder Bild einer Zeile, lineUpdate, ist auf Plus und Entwicklungs-Stores beschränkt. Für die Kasse nennt die Dokumentation eine weitere Bedingung. An der Variante muss requiresComponents gesetzt sein, sonst wird Cart Transform im POS nicht vollständig unterstützt.
In der Kassen-App gibt es für gewogene Ware einen eigenen Modus. Der Mitarbeiter scannt den Waagenbon, die App findet den Bon über seine Nummer und legt den Artikel mit Gewicht und Preis in den Warenkorb. Der Kunde sieht auf dem Beleg die Position mit Preis, die Wiegedaten gehen intern an Lager und Warenwirtschaft. Wie derselbe Modus bei Produkten mit gewogenen Zutaten arbeitet, steht im Beitrag zu Präsentkorb, Käseplatte und Weinglas.
Das ist eine Entscheidung für dieses Projekt. Bei einem Laden ohne Warenwirtschaft, mit einer Waage und einer Kasse, würde ich erstmal die App mit dem Preis-Barcode ausprobieren, bevor jemand etwas entwickelt. Das sind rund 50 US-Dollar im Monat gegen einen Entwicklungsauftrag.
5Die Kette im Laden: Waage, Zwischenschicht, Kasse, TSE, Warenwirtschaft
Ein Kassensystem mit Waage ist im Projekt kein Gerät, sondern eine Kette aus fünf Gliedern. Jedes Glied hat eine eigene Aufgabe, an jedem Übergang kann also etwas verloren gehen.
Die Waage
Wer Waren nach Gewicht verkauft, muss laut Eichamt Sachsen eine geeichte Waage verwenden, und die meisten Waagen müssen alle zwei Jahre nachgeeicht werden. Die frühere Pflicht, neue Messgeräte bei der Eichbehörde anzuzeigen, ist laut Landesamt für Maß und Gewicht in Bayern seit dem 1. Januar 2025 aufgehoben. Im Projekt richtet der Waagen-Dienstleister die Waagen ein, soweit es über die Erweiterung der Kasse hinausgeht. An der Waage selbst ändert Shopify also nichts.
Die Zwischenschicht
Zwischen Waage und Kasse sitzt im Projekt eine Zwischenschicht. Sie nimmt die Bondaten der Waage entgegen und hält sie für die Kasse bereit, die den Bon über seine Nummer abruft. Für die Inventur liefert der Waagenbon allein kein Gewicht, deshalb liest dieselbe Schicht Artikelnummer und Gewicht aus dem Inventurmodus der Waage aus. Hier lag wohl auch der Fehler vom 9. Oktober, weil ein alter Bon mit demselben Ende der Belegnummer in der Datenbank gefunden wurde.
Die Kasse
Shopify POS läuft auf dem iPad und scannt den Bon mit der Kamera oder einem Scanner. Was die App dann tut, steht im Abschnitt davor. Zahlung, Beleg und Kundenkonto bringt Shopify ohnehin mit.
Die TSE
Die technische Sicherheitseinrichtung kommt bei Shopify POS aus einer App. Shopify bietet dafür die App „TSE (KassenSichV)“ für 9 US-Dollar je Filialstandort im Monat an, die Cloud-TSE dahinter kommt laut Shopify-Hilfe von fiskaly. In meinen Projekten plane ich mit OpenFiskal, einer Berliner Alternative für 19,99 Euro je Kasse. Für die TSE ist eine gewogene Position nach meinem Stand ein Umsatz wie jeder andere, die Signatur hängt am Beleg und nicht an der Waage.
Die Warenwirtschaft
Beim Feinkosthändler führt die Warenwirtschaft den Bestand, mit Charge und Mindesthaltbarkeit. Shopify bekommt den Verkauf, die Warenwirtschaft bekommt die Wiegedaten. Das ist eine Projektentscheidung und keine Regel. Die letzten Tests zur Synchronisation betrafen Ende September Chargen und Mindesthaltbarkeit bei Testbestellungen.
6Retouren, Inventur, Internetausfall: Was an den Rändern passiert
Retouren von Wiegeartikeln werden im Projekt erstattet, ohne den Bestand zurückzubuchen, weil der Bestand solcher Artikel nicht in Shopify geführt wird, sondern in der Warenwirtschaft. Eine Korrektur müsste dort passieren.
Für Stückware hat Shopify seit dem 28. September 2026 eine eigene Inventur. Laut Changelog legst Du die Zählung im Admin an, Mitarbeiter zählen in der POS-App per Scanner oder Eingabe, und die Bestände ändern sich erst nach der Freigabe im Admin. Voraussetzung sind POS Pro und die App ab Version 11.16. Für gewogene Ware hilft das im Projekt nicht, weil der Bestand in der Warenwirtschaft liegt und das Gewicht aus dem Inventurmodus der Waage kommt.
Beim Vor-Ort-Termin im September lief der Offline-Test durch, Barzahlung ohne Internet funktioniert also schon mal. Offen bleibt, was mit schon gewogener Ware passiert, wenn die Verbindung während des Kassierens wegbricht. Das ist ein Punkt für den Dry Run.
Dann ist da noch der Onlineshop. Der Händler hat im September gefragt, warum der Scan an der Waage für den Onlineshop nicht reicht, wenn er im Laden reicht. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt. Im Laden rechnet die Kasse den Bon ab, der Kunde zahlt also, was auf der Waage lag. Im Onlineshop ist die Bestellung schon bezahlt, bevor jemand wiegt. Das Ist-Gewicht muss beim Packen in die Warenwirtschaft, mit Mindesthaltbarkeit und Charge, und an die Shopify-Bestellung. Ob die Waage dafür einen Barcode mit Artikel, Gewicht, Mindesthaltbarkeit und Charge drucken kann, damit ein Scan für beide Systeme reicht, war beim Schreiben noch in Klärung.
Laden mit Waage, Shop auf Shopify?
Im Erstgespräch gehen wir Deine Waagen, die Kasse und die Warenwirtschaft durch und klären, welcher der Wege aus diesem Beitrag zu Deinem Laden passt und was er kostet. 30 Minuten, ohne Folie.
7Welches Kassensystem mit Waage zu welchem Laden passt
Die Tabelle ist eine Orientierung, mehr nicht. Zwei Läden mit derselben Theke können mit guten Gründen verschieden entscheiden.
| Weg | Passt, wenn | Grenze |
|---|---|---|
| Kleinste Einheit als Stückzahl tippen | wenige gewogene Artikel, keine Schlange | rundet, Eingabe von Hand, kein Bon-Scan |
| App, die den Preis-Barcode liest | die Waage druckt EAN-13 mit Gewicht oder Preis und die Kasse soll ihn nur lesen | ab 49 US-Dollar im Monat, Bestand bleibt in Shopify |
| App mit Dezimalmengen | das Gewicht an der Kasse eingegeben wird oder eine unterstützte Waage angeschlossen ist | ab 9,99 US-Dollar im Monat, Waagenanbindung nur mit bestimmter Hardware |
| Eigene App mit Zwischenschicht | eine Warenwirtschaft den Bestand führt, mehrere Systeme anzubinden sind und Plus nur für diese Funktion nötig wäre | Entwicklung und Pflege, Einreichung als öffentliche App, Stammdaten müssen stimmen |
| Shopify Plus mit Custom App | Du Plus ohnehin für andere Funktionen brauchst | ab 2.300 US-Dollar im Monat laut Preisseite |
| Klassisches Kassensystem mit Waagenanbindung | der Laden fast den ganzen Umsatz macht und der Onlineshop Nebensache bleibt | getrennter Bestand, der Abgleich mit Shopify braucht eine Schnittstelle |
Die Zeile zum klassischen Kassensystem steht hier mit Absicht. Die Stärke von Shopify POS liegt im gemeinsamen Bestand mit dem Onlineshop. Wenn der Shop bei Dir Nebensache ist, vergleich vor der Umstellung ruhig mal ein Kassensystem, das die Waage von Haus aus kennt.
Fazit
Shopify POS kann von sich aus nicht nach Gewicht verkaufen, aber der Barcode auf dem Waagenbon ist ja ein alter Standard, den eine App lesen kann. Wenn Deine Waage diesen Bon druckt und der Bestand in Shopify bleiben darf, ist eine App aus dem App Store wohl der kürzeste Weg. Sobald eine Warenwirtschaft den Bestand führt und Charge, Mindesthaltbarkeit und Inventur dort laufen, braucht es eine Anbindung, die die Wiegedaten weiterreicht. Beim Feinkosthändler wurde das eine eigene App mit Cart Transform, als öffentliche App eingereicht, damit sie ohne Plus läuft. Die Fehler in den Tests kamen bisher aus den Stammdaten und aus einer Belegnummer, die nicht eindeutig war. Ob das im Betrieb so bleibt, zeigt der Dry Run.
Der erste Schritt: Nimm einen Bon Deiner Waage und zerlege den Barcode: Präfix, Artikelnummer, Wertfeld, Prüfziffer. Lege diesen Artikel in einem Shopify-Testshop mit demselben Code im Barcode-Feld an und scanne den Bon mit der POS-App. Was dabei passiert, sagt Dir, welcher Weg bei Dir infrage kommt.
Häufige Fragen
Kann Shopify POS nach Gewicht verkaufen?
Nicht von Haus aus. Shopify POS verkauft in ganzen Stück, ein Gewicht lässt sich an der Kasse nicht eingeben, und eine Waage lässt sich nicht direkt anschließen. Dafür gibt es Apps im App Store, die den Preis-Barcode einer Waage lesen oder Dezimalmengen erlauben, oder eine eigene Anbindung.
Was steht im Barcode auf dem Waagenbon?
Meist ein EAN-13 mit dreizehn Stellen: ein Präfix aus dem Bereich 20 bis 29 für interne Nummern, eine Artikelnummer, ein Wertfeld mit Gewicht oder Preis und am Ende die Prüfziffer. Welches Präfix für Gewicht und welches für Preis steht, ist je Land festgelegt und wird an der Waage eingestellt.
Brauche ich Shopify Plus für ein Kassensystem mit Waage?
Nicht zwingend. Apps aus dem App Store laufen in jedem Tarif. Eine eigene App mit Shopify Functions läuft laut shopify.dev ohne Plus nur, wenn sie als öffentliche App eingereicht wird. Nur Custom Apps mit Functions brauchen Plus. Im Projekt wurde die App deshalb als öffentliche, nicht gelistete App eingereicht.
Welche Waage brauche ich für Shopify POS?
Eine geeichte Ladenwaage, die einen Bon mit EAN-13-Barcode druckt, in dem Gewicht oder Preis stecken. Die meisten Waagen müssen alle zwei Jahre nachgeeicht werden. Ob die Kasse den Bon versteht, hängt von der App oder der Anbindung ab, nicht von der Waage. Eine Waage neu anzuzeigen ist seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr nötig.
Wie läuft die TSE, wenn die Kasse Gewichtsware verkauft?
Die TSE kommt bei Shopify POS aus einer App, etwa der TSE-App von Shopify mit der Cloud-TSE von fiskaly für 9 US-Dollar je Standort im Monat oder OpenFiskal für 19,99 Euro je Kasse. Eine gewogene Position ist für die TSE nach meinem Stand ein Umsatz wie jeder andere. Prüf das mit Deinem Steuerberater, bevor die erste Kasse läuft.
Reicht der Scan an der Waage auch für den Onlineshop?
Im Laden ja, weil die Kasse den Bon abrechnet und der Kunde zahlt, was auf der Waage lag. Im Onlineshop ist die Bestellung schon bezahlt, bevor gewogen wird. Das Ist-Gewicht muss beim Packen in die Warenwirtschaft und an die Bestellung, und dafür braucht es einen zweiten Schritt oder einen Bon, der auch Charge und Mindesthaltbarkeit trägt.
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