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Shopware vs. Shopify: Wann sich der Wechsel lohnt und wann Shopware die bessere Wahl bleibt

FĂ¼nf Punkte im Vergleich, bei jedem die Frage, was er fĂ¼r Deinen Shop heiĂŸt. Dazu die Bedingungen, unter denen Shopware bleibt, und der Weg zu Shopify mit Tools, URL-Mustern und Passwörtern.

Alexander Karlvon Alexander Karl17 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026
Händlerin und Berater an einem Holztisch in einem hellen BĂ¼ro in Berlin, vor ihm ein Laptop, auf dem Tisch zwei Blätter mit Notizen in zwei Spalten und eine Tasse Kaffee
Zwei Spalten auf dem Papier: Was der Shop heute in Shopware braucht und was Shopify davon mitbringt.

Das Wichtigste in KĂ¼rze

  • Seit dem 24. März 2025 gilt fĂ¼r die Shopware Community Edition eine Fair Usage Policy: Ab 1 Mio. € Jahresumsatz Ă¼ber den Shop braucht ein Händler eine bezahlte Edition, Rise beginnt bei 600 € im Monat.
  • Shopify kostet im Tarif Basic 36 € im Monat mit Hosting. DafĂ¼r nimmt Shopify einen Anteil an jeder Zahlung, bei fremden Zahlungsanbietern eine ZusatzgebĂ¼hr, und der Checkout lässt sich ohne Plus nur gestalten.
  • Shopify B2B gibt es seit April 2026 in jedem Tarif, bis Advanced mit höchstens drei Katalogen. Viele Regeln fĂ¼r Preise, Versand und Zahlarten bildet der Rule Builder von Shopware ohne Code ab, Shopify braucht dafĂ¼r Apps oder Functions.
  • Der Wechsel passt, wenn der Shop B2C oder einfaches B2B verkauft, niemand im Team Updates pflegt und ohnehin Geld in Lizenz oder Upgrade flieĂŸt. Eine stabile Shopware-6-Umgebung mit eingespielter Agentur ist kein Grund fĂ¼r einen Wechsel.
  • Beim Umzug Ă¼bernehmen Tools wie LitExtension Produkte, Kunden und Bestellungen, aber kein Theme und keine Passwörter. Jede alte URL braucht eine Zeile in der Weiterleitungsliste.

Shopware vs. Shopify ist fĂ¼r viele Händler im Moment ja keine theoretische Frage mehr. Seit dem 24. März 2025 gilt fĂ¼r die kostenlose Community Edition von Shopware eine Fair Usage Policy: Wer Ă¼ber seinen Shop mehr als 1 Mio. € Umsatz im Jahr macht, braucht eine bezahlte Edition, sonst kann Shopware den Zugriff auf Account und Store einschränken. Shopware 6.7 hat im Juni 2025 die Verwaltung technisch umgebaut, viele Plugins brauchen seitdem eine eigene Version. Und wer noch auf Shopware 5 ist, bekommt seit Ende Juli 2024 keine regulären Updates mehr.

Wer also ohnehin Geld in eine Lizenz, ein Upgrade oder einen Neuaufbau steckt, kann an dieser Stelle Shopify mit denselben MaĂŸstäben prĂ¼fen. Darum geht es in diesem Beitrag, Punkt fĂ¼r Punkt mit der Frage, was er fĂ¼r Deinen Shop heiĂŸt, und am Ende mit den Bedingungen, unter denen Shopware die bessere Wahl bleibt. Ich bin Shopify Freelancer, das sage ich lieber gleich dazu. Ich habe aber auch einen Händler bei der Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 begleitet, und der ist bei Shopware geblieben.

1Shopware vs. Shopify: Warum die Frage gerade jetzt ansteht

Ein paar Termine haben die Lage fĂ¼r Shopware-Händler verändert. Shopware 5 wurde Ende Juli 2024 eingestellt, seitdem gibt es laut Shopware nur noch reaktive Sicherheitsfixes. Am 24. März 2025 kam die Fair Usage Policy in die AGB: Händler mit der Community Edition melden ihren Umsatz mindestens einmal im Jahr, und ab 1 Mio. € Jahresumsatz Ă¼ber den Shop mĂ¼ssen sie Rise, Evolve oder Beyond abschlieĂŸen, um den Zugriff auf den Shopware Account und den Store zu behalten. Shopware betont, dass niemand automatisch abgeschaltet wird, behält sich aber nach Erinnerungen vor, den Zugriff einzuschränken und laufende Erweiterungs-Abos zu kĂ¼ndigen. Die Community Edition selbst bleibt Ă¼brigens Open Source unter MIT-Lizenz.

Dazu kommt die technische Seite der Updates. Shopware 6.7 erschien am 17. Juni 2025 und hat die Verwaltung auf Vue 3 ohne Kompatibilitätsmodus, auf Pinia statt Vuex und auf Vite statt Webpack umgestellt. Plugins mit eigenen Admin-Komponenten brauchen deshalb getrennte Versionen fĂ¼r 6.6 und 6.7. Aktiv gepflegt wird laut Shopware nur die jeweils neueste Minor-Version. Sicherheitsupdates fĂ¼r 6.5 enden am 28. Februar 2027, fĂ¼r 6.6 und 6.7 am 28. Februar 2028. Die nächste groĂŸe Version 6.8 hat Shopware auf 2027 verschoben.

Termine, die Shopware-Händler gerade betreffen

  1. Shopware 5 eingestellt, seitdem nur reaktive Sicherheitsfixes.

  2. Fair Usage Policy fĂ¼r die Community Edition: ab 1 Mio. € Jahresumsatz Ă¼ber den Shop ist eine bezahlte Edition Pflicht.

  3. Shopware 6.7 erscheint, Plugins mit Admin-Komponenten brauchen getrennte Versionen fĂ¼r 6.6 und 6.7.

  4. Ende der Sicherheitsupdates fĂ¼r Shopware 6.5.

  5. Shopware 6.8 geplant, um ein Jahr verschoben.

  6. Ende der Sicherheitsupdates fĂ¼r Shopware 6.6 und 6.7.

Termine laut Shopware (Fair Usage Policy, Release 6.7, Roadmap-Mitteilung zu 6.8) und endoflife.date, Stand 27. Oktober 2026.

Läuft Dein Shop auf 6.5 oder 6.6, steht in den nächsten anderthalb Jahren also ohnehin ein Upgrade an, mit Plugin-PrĂ¼fung und Agenturstunden. Bist Du nahe an der Umsatzgrenze, kommt eine Lizenz dazu. In beiden Momenten ist ein Vergleich mit Shopify fair, weil dann auf beiden Seiten Geld ausgegeben wird.

2Betrieb: Wer hält den Shop am Laufen

Shopware betreibst Du selbst oder lässt es betreiben. Die Community Edition läuft auf eigenem Hosting, Updates spielst Du oder Deine Agentur ein, und Plugins prĂ¼fst Du bei jedem Versionssprung. Das ist Aufwand, aber eben auch Kontrolle: Du entscheidest, wo die Daten liegen, wann ein Update kommt und was im Code passiert. Shopware bietet daneben eigene Cloud-Varianten an, bei denen das Hosting bei Shopware liegt.

Shopify ist dagegen ein gehostetes System. Hosting, Updates, Sicherheit und Lastspitzen liegen bei Shopify, Du kĂ¼mmerst Dich um Theme, Apps und Inhalte. Die Kehrseite ist, dass Du den Kern nicht verändern kannst, und eine Funktion, die Shopify nicht mitbringt, kommt als App dazu, mit eigenem Abo. Welche Apps ein Shop am Anfang wirklich braucht, habe ich im Beitrag zu den Shopify-Apps fĂ¼r den Start aufgeschrieben.

Die Frage dahinter ist eigentlich eine ganz praktische: Wer bei Dir im Team pflegt heute Updates und Plugins, und macht die Person das gern? Gibt es sie, und läuft Shopware 6 stabil, spricht wenig fĂ¼r einen Wechsel. Die Shopify-Agentur Flatline schreibt in ihrem Leitfaden zur Migration, eine stabile Shopware-6-Umgebung sollte nicht ersetzt werden, nur weil Shopify eine einfachere Geschichte erzählt. Dem stimme ich zu. Gibt es diese Person nicht und ist jedes Update ein eigenes Projekt mit der Agentur, dann ist das schon ein guter Grund, Shopify mal ernsthaft zu prĂ¼fen.

Du weiĂŸt nicht, ob Dein Shopware-Setup zu Shopify passt?

Im Erstgespräch gehen wir Deine Preislogik, Versandregeln und Schnittstellen durch und klären, was Shopify mit Bordmitteln kann und wo es hakt.

Zur Shopify Migration

3Was kostet Shopware, was kostet Shopify

Bei den Kosten vergleichen viele Seiten Ă„pfel mit Birnen, deshalb hier mal die Liste mit Stand und Quelle. Shopware nennt auf seiner Preisseite die Community Edition mit 0 €, Rise ab 600 € im Monat und Evolve ab 2.400 € im Monat, jeweils zuzĂ¼glich Mehrwertsteuer, Beyond gibt es auf Anfrage. Der genaue Preis richtet sich laut Shopware nach dem Umsatz und weiteren Faktoren, die Stufen stehen nicht auf der Seite. Hosting, Agentur und Plugins kommen bei allen Editionen ja obendrauf, bei der Community Edition sind sie die ganze Rechnung.

Shopify kostet im Tarif Basic 36 € im Monat oder 27 € bei jährlicher Zahlung, Grow 105 € oder 79 €, Advanced 384 € oder 289 €. Plus beginnt bei 2.100 € im Monat. So steht es am 27. Oktober 2026 auf der deutschen Preisseite, alle Preise netto, und das Hosting ist in jedem Tarif enthalten. DafĂ¼r nimmt Shopify eine GebĂ¼hr auf jede Zahlung: Ă¼ber Shopify Payments ab 2,1 % plus 0,30 € je Kartenzahlung in Basic. Nutzt Du einen fremden Zahlungsanbieter als Hauptanbieter, kommen zusätzlich 2 % in Basic, 1 % in Grow, 0,6 % in Advanced und 0,2 % in Plus dazu. Die komplette Rechnung mit Apps, Theme und Kasse steht im Beitrag zu den Shopify Kosten 2026.

Lizenz oder Tarif im Monat in Euro netto, monatliche Zahlung, Stand Oktober 2026

  1. Shopify Basic36 €
  2. Shopify Grow105 €
  3. Shopify Advanced384 €
  4. Shopware Riseab 600 €
  5. Shopify Plusab 2.100 €
  6. Shopware Evolveab 2.400 €
Die Shopware Community Edition kostet 0 € Lizenz. Bei Shopware kommen Hosting und Agentur dazu, bei Shopify die GebĂ¼hren je Zahlung. Quellen: shopware.com/de/preise und shopify.com/de/preise, abgerufen am 27. Oktober 2026.

Unter 1 Mio. € Umsatz zahlst Du bei Shopware also keine Lizenz, aber Hosting und Pflege. Bei Shopify zahlst Du einen kleinen Tarif und dafĂ¼r einen Anteil vom Umsatz Ă¼ber die ZahlungsgebĂ¼hren. Welche Seite gĂ¼nstiger ist, hängt an Deinem Umsatz, Deinem Zahlungsmix und daran, was Dich eine Stunde Agentur kostet. Eine pauschale Antwort gebe ich hier deshalb nicht, die Rechnung lohnt sich erst mit Deinen Zahlen.

Der Umzug selbst ist dann der zweite Posten. Die Shopify-Agentur Flatline nennt fĂ¼r abgegrenzte B2C-Projekte 12 bis 16 Wochen und ein fĂ¼nfstelliges Budget, fĂ¼r B2B, mehrere Märkte oder viele Integrationen 18 bis 28 Wochen oder länger. Mein eigener Festpreis fĂ¼r eine Shopify Migration beginnt bei 5.990 €, was darin steckt und was nicht, steht im Beitrag zu Migrationskosten und Dauer.

4B2B und Regeln: Rule Builder gegen Shopify B2B

Der grĂ¶ĂŸte fachliche Unterschied liegt bei den Regeln. Der Rule Builder von Shopware steuert laut Dokumentation die VerfĂ¼gbarkeit von Zahlarten und Versandarten, die Berechnung von Versandkosten, Promotions und Rabatten, erweiterte Preise und Flows, mit Dynamic Access auch die Sichtbarkeit von Produkten und Kategorien. Wenn Dein Shop zum Beispiel Versandkosten nach Kundengruppe, Warenkorbwert und Lieferland staffelt und bestimmte Zahlarten nur fĂ¼r bestimmte Kunden freigibt, bildest Du das in Shopware einfach mit Regeln ab, ohne Code.

Shopify hat B2B seit April 2026 immerhin in allen Tarifen: Firmenprofile mit mehreren Standorten, Mengenregeln, Mengenrabatte, Zahlungsziele, BestellentwĂ¼rfe mit Rechnung und Bestellnummern des Kunden. In Basic, Grow und Advanced sind höchstens drei aktive B2B-Kataloge erlaubt, unbegrenzte Kataloge, Anzahlungen und Teilzahlungen gibt es nur mit Plus. Versandregeln nach Warenkorb und Zahlarten je Kunde löst Shopify Ă¼ber Functions, also Ă¼ber kleine Programme, die eine App mitbringt oder die Du entwickeln lässt.

Beim Industriehersteller, der von Shopware kam, haben wir genau das vorab geprĂ¼ft. Von Juni bis November 2025 lief ein Proof of Concept mit Kundengruppenpreisen, erweiterten VerfĂ¼gbarkeiten und industriellen Bestellabläufen. Dazu kam die Anbindung an Business Central Ă¼ber eine Middleware, mit Tests fĂ¼r Datenfluss und Antwortzeiten. Erst als das stand, ging es um den eigentlichen Umzug, und der Shop ist inzwischen live. Das ist ein Beispiel und keine Regel. Ein anderes B2B-Modell kann in Shopify ohne Plus an die drei Kataloge stoĂŸen oder Regeln brauchen, die nur mit eigener Entwicklung gehen.

Zähl deshalb erstmal Deine Regeln. Laufen Preise, Versand und Zahlarten in Shopware Ă¼ber eine Handvoll davon, kommt das in Shopify mit Bordmitteln oder einer App hin. Sind es Dutzende und hängt Dein Geschäft daran, ist der Rule Builder ein echter Grund zu bleiben. Oder Du planst fĂ¼r Shopify eigene Functions ein und rechnest sie in die Migration mit ein.

5Anpassbarkeit: Theme, Checkout und Varianten

Bei Shopware gehört Dir der Code. Theme, Checkout und Bestellprozess kannst Du so weit umbauen, wie Deine Agentur das umsetzt, bis hin zu einem eigenen Checkout mit zusätzlichen Schritten. Bei Shopify gehört Dir das Theme, der Checkout aber nicht. Ohne Plus stellst Du im Checkout Logo, Farben, Schriften und Feldtexte ein, eigene Inhalte in den Schritten Information, Versand und Zahlung gibt es nur mit Plus. Was dort genau geht, steht im Beitrag zum Shopify Checkout.

Bei Produkten erlaubt Shopify drei Optionen pro Produkt und seit Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten. Mehr als drei Optionen brauchen eine App oder Zeilenattribute im Theme, mehr dazu im Beitrag zu Produkt oder Variante. Shopware kennt diese Grenze so nicht. DafĂ¼r bringt Shopify Funktionen fertig mit, fĂ¼r die Du in Shopware ein Plugin suchst: Rollouts fĂ¼r A/B-Tests, Bundles, einen Mindestbestellwert im Checkout und die Anbindung an KI-Assistenten Ă¼ber Catalog und UCP. Ob Dir die Rollouts etwas bringen, hängt allerdings davon ab, ob Du genug Besucher fĂ¼r einen Test hast, aber das ist ein eigenes Thema.

Was heiĂŸt das fĂ¼r Dich? Hat Dein Checkout heute Schritte, die ein Standard-Checkout nicht kennt, etwa eine Freigabe durch eine zweite Person oder eine Konfiguration im Warenkorb, prĂ¼f zuerst, ob Shopify das mit BestellentwĂ¼rfen oder einer App abbildet. Reicht das nicht, ist Plus die Voraussetzung, und das verschiebt die Kostenrechnung aus Abschnitt 3.

6Shopware oder Shopify: Die Bedingungen, die den Ausschlag geben

Aus den Punkten oben ergibt sich meine Arbeitshypothese, und sie hat bewusst auf beiden Seiten Bedingungen. Der Wechsel zu Shopify passt, wenn Dein Shop B2C oder ein einfaches B2B-Modell hat, niemand im Team Updates und Plugins pflegen will und beim nächsten Upgrade oder bei der Lizenzfrage ohnehin Geld flieĂŸt. Er passt nicht, wenn Preise, Versand und Zahlarten Ă¼ber viele Regeln laufen, ein eigener Checkout gebraucht wird, Self-Hosting oder die volle Kontrolle Ă¼ber die Daten Pflicht ist oder eine stabile Shopware-6-Umgebung mit eingespielter Agentur läuft.

Lohnt sich der Wechsel von Shopware zu Shopify?

Wer betreibt den Shop, und wie viele Regeln laufen darin?

  1. Passt, wenn der Shop B2C oder einfaches B2B verkauft, niemand im Team Updates pflegt und beim nächsten Upgrade oder bei der Lizenz ohnehin Geld flieĂŸt.

    Wechsel zu Shopify prĂ¼fen

    Arbeitshypothese aus meinen Projekten, keine Regel. Vorher Regeln, Schnittstellen und Produktoptionen zählen.

  2. Passt, wenn Preise, Versand und Zahlarten Ă¼ber viele Regeln laufen, ein eigener Checkout gebraucht wird oder Self-Hosting Pflicht ist.

    Bei Shopware bleiben

    Auch Shopify-Agenturen wie tante-e nennen Self-Hosting und komplexes B2B als Fälle fĂ¼r Shopware.

  3. Passt, wenn Shopware 6 stabil läuft und eine eingespielte Agentur Updates und Plugins pflegt.

    Bleiben und beim nächsten Upgrade neu rechnen

    Flatline: Eine stabile Shopware-6-Umgebung sollte nicht ersetzt werden, nur weil Shopify einfacher klingt.

Drei Ausgangslagen mit ihren Bedingungen. Quellen: eigene Projekte (Abschnitt 4 und unten), flatlineagency.com und tante-e.com, beide Shopify-Agenturen.

Zwei Projekte aus meiner Arbeit zeigen beide Seiten. Ein Händler fĂ¼r Werkzeuge und Werkstattbedarf stand 2024 vor dem Ende von Shopware 5. Ich war von Juni bis November als Interim E-Commerce Manager dabei, und die Entscheidung fiel fĂ¼r Shopware 6. Der Händler hatte eine eingespielte Shopware-Agentur an der Seite und Anbindungen an Amazon, eBay und Kaufland, und er ist bei Shopware geblieben. Der Industriehersteller aus Abschnitt 4 ist dagegen zu Shopify gewechselt, nachdem der Proof of Concept gezeigt hatte, dass Kundengruppenpreise und ERP-Anbindung laufen.

Mehr als zwei Beispiele sind das nicht, eine Regel fĂ¼r Deinen Shop wird daraus nicht. Beim Industriehersteller stand vor der Entscheidung der Proof of Concept, also die Frage, ob Preise und ERP-Anbindung im Ziel wirklich laufen. Diese Reihenfolge wĂ¼rde ich eigentlich jedem Händler raten, egal in welche Richtung es am Ende geht. Ă–ffentliche Fälle fĂ¼r den Wechsel gibt es auch, etwa Pullup & Dip in einer Fallstudie von Shopify oder reisenthel, das mit der Shopify-Agentur tante-e von Shopware 5 umgezogen ist. Beide Quellen stammen von Shopify oder einer Shopify-Agentur, die Zahlen darin gehören zum Marketing der Anbieter.

7Der Weg von Shopware zu Shopify: Tools, URLs, Passwörter

Die Store Migration App von Shopify unterstĂ¼tzt Square, WooCommerce, Etsy, Wix, Amazon, eBay, Clover und Lightspeed. Shopware ist nicht dabei, dort bleibt nur der Upload einer CSV. FĂ¼r Shopware gibt es ein paar Ă¼bliche Wege, und keiner davon bringt Theme, Plugins oder Passwörter mit.

WerkzeugShopware als QuelleWas mitkommtWas nicht
LitExtensionShopware 5 und 6Produkte mit Varianten, Kategorien, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, CMS-Seiten, Bewertungen, SEO-URLs als 301-Weiterleitung; Preis nach Zahl der Datensätze, in US-DollarPasswörter, Theme, Plugins
Cart2CartShopware 5.2.2 bis 6.7.13.1Produkte, Kategorien, Hersteller, Steuern, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, Bewertungen, CMS-Seiten, SEO-URLsDesign und Funktionen, laut Anbieter
MatrixifyKein eigener Shopware-ImportAlles, was Du aus Shopware exportierst und in das Matrixify-Format bringst, auch Bestellungen und WeiterleitungenExport und Umformung sind Handarbeit
Store Migration App von ShopifyNicht unterstĂ¼tztProdukte und Kunden per CSV-UploadShopware als direkte Quelle

So lief es laut tante-e auch bei reisenthel: Die Daten kamen dort Ă¼ber Matrixify, Passwörter lieĂŸen sich nicht Ă¼bernehmen, die Kundenkonten wurden per Einladung neu angelegt. Das ist bei Shopify inzwischen ja der Normalfall. Die neuen Kundenkonten arbeiten ohne Passwort, der Kunde bekommt einen sechsstelligen Einmalcode per E-Mail. Wie Du das Deinen Kunden erklärst und was mit Einwilligungen und Bestellhistorie passiert, steht im Beitrag zur Kundenmigration.

Der dritte Punkt sind die URLs. Shopware 5 baut Produkt-URLs im Standard aus Kategoriepfad, Artikel-ID und Artikelname, Kategorien aus dem Kategoriepfad. Shopify hat feste Pfade: Produkte liegen unter /products/handle, Kategorien unter /collections/handle, verschachtelte Pfade gibt es nicht. Jede alte URL braucht deshalb eine Zeile in der Weiterleitungsliste, die Du als CSV importierst. Shopify erlaubt bis zu 100.000 Weiterleitungen, mit Plus 20 Mio., die Pfade /products, /collections und /collections/all selbst lassen sich nicht umleiten. Wie so eine Liste entsteht, zeigt der Beitrag zu Shopify Migration und SEO am Beispiel mit 692 Zeilen.

FĂ¼r die Planung hilft es, den Umzug in drei Blöcke zu teilen: die Daten mit einem Tool, die Logik neu in Shopify, die URLs und Kunden mit einer Liste und einer Mitteilung. Den ersten Block kannst Du mit einer Testmigration ganz gut abschätzen. Wie groĂŸ der zweite wird, hat sich eigentlich schon in Abschnitt 4 und 5 entschieden.

Du willst wissen, was Dein Umzug von Shopware kosten wĂ¼rde?

Bring Deine Produktzahl, Deine Schnittstellen und die Liste Deiner Regeln mit. Im Erstgespräch sage ich Dir, was zum Festpreis geht und was ein Proof of Concept vorher klären sollte.

Erstgespräch vereinbaren

Fazit

Am Ende entscheidet sich Shopware vs. Shopify selten an der Funktionsliste. Shopware gibt Dir Kontrolle Ă¼ber Code, Hosting und Regeln und verlangt dafĂ¼r, dass jemand das System pflegt und ab 1 Mio. € Umsatz eine Lizenz zahlt. Shopify nimmt Dir den Betrieb ab und nimmt dafĂ¼r einen Anteil an jeder Zahlung und die Hoheit Ă¼ber den Checkout. Der Wechsel passt aus meiner Sicht, wenn Dein Shop B2C oder einfaches B2B verkauft, niemand im Team Updates pflegen will und ohnehin Geld in Upgrade oder Lizenz flieĂŸt. Er passt nicht, wenn Dein Geschäft an vielen Regeln, einem eigenen Checkout oder Self-Hosting hängt, oder wenn Shopware 6 bei Dir stabil läuft und eine Agentur es pflegt. Dann ist Bleiben eben die gĂ¼nstigere Entscheidung, auch ohne mich.

Der erste Schritt: Zähl in Deinem Shopware-Admin die Regeln im Rule Builder, die aktiven Plugins und die Schnittstellen zu ERP, Warenwirtschaft und Marktplätzen. Diese Liste zeigt, ob Shopify das mit Bordmitteln kann, ob Du Plus oder eigene Functions brauchst, oder ob Shopware fĂ¼r Dich die bessere Wahl bleibt.

Häufige Fragen

Was kostet Shopware 6?

Die Community Edition kostet keine Lizenz, Du zahlst Hosting, Agentur und Plugins. Rise beginnt laut Shopware bei 600 € im Monat zuzĂ¼glich Mehrwertsteuer, Evolve bei 2.400 €, Beyond gibt es auf Anfrage. Der genaue Preis richtet sich nach dem Umsatz und weiteren Faktoren. Ab 1 Mio. € Jahresumsatz Ă¼ber den Shop braucht ein Händler mit der Community Edition eine dieser Editionen.

Warum Shopware und nicht Shopify?

Shopware passt, wenn Du Code und Hosting selbst kontrollieren willst, Preise, Versand und Zahlarten Ă¼ber viele Regeln im Rule Builder steuerst, einen eigenen Checkout brauchst oder mehr als drei Optionen pro Produkt hast. Auch Shopify-Agenturen wie tante-e nennen Self-Hosting und komplexes B2B als Fälle fĂ¼r Shopware.

Welche Nachteile hat Shopify gegenĂ¼ber Shopware?

Du kannst den Kern nicht verändern, der Checkout lässt sich ohne Plus nur in Logo, Farben, Schriften und Feldtexten anpassen, und bei fremden Zahlungsanbietern nimmt Shopify je nach Tarif 0,2 % bis 2 % ZusatzgebĂ¼hr. Produkte haben höchstens drei Optionen. DafĂ¼r fallen Hosting, Updates und Plugin-Pflege weg.

Was kann Shopware, was Shopify nicht kann?

Eigenes Hosting mit freier Wahl des Rechenzentrums, Zugriff auf den Quellcode, Regeln fĂ¼r Preise, Versand und Zahlarten im Rule Builder ohne Programmierung und ein frei umgebauter Checkout. Bei Shopify brauchst Du fĂ¼r vieles davon Plus, eine App oder eigene Functions, und das Hosting liegt immer bei Shopify.

Wie läuft die Migration von Shopware zu Shopify ab?

Die Daten Ă¼berträgst Du mit einem Tool wie LitExtension oder Cart2Cart oder per Export und Import mit Matrixify. Theme, Plugins und Regeln baust Du in Shopify neu. FĂ¼r jede alte URL legst Du eine Weiterleitung an, und Deine Kunden melden sich nach dem Umzug mit einem Einmalcode per E-Mail an, weil Passwörter nicht mitkommen. Die Shopify-Agentur Flatline nennt fĂ¼r B2C-Projekte 12 bis 16 Wochen.

Kommen meine Kundenpasswörter mit zu Shopify?

Nein. Kein Migrationstool Ă¼berträgt Passwörter aus Shopware, und die neuen Kundenkonten von Shopify arbeiten ohne Passwort: Der Kunde bekommt einen sechsstelligen Einmalcode per E-Mail. Bestellhistorie, Adressen und Kundengruppen lassen sich Ă¼bernehmen.