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WooCommerce vs. Shopify: Was Dich der Betrieb wirklich kostet und wie der Umzug abläuft

WooCommerce kostet keine Lizenz, Shopify kostet einen Tarif. Der Vergleich beginnt trotzdem erst nach dieser Zeile. Hier stehen beide Systeme mit denselben Kostenposten nebeneinander, dazu die Punkte, an denen WooCommerce stärker bleibt, und der Umzug mit seinen Grenzen.

Alexander Karlvon Alexander Karl17 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026
Zwei Personen an einem hellen Packtisch in einem kleinen Laden mit Keramikregalen, ein Laptop zur Händlerin gedreht, daneben Versandkartons und Klebeband
Ob WooCommerce oder Shopify: Die Arbeit am Packtisch bleibt gleich, die Rechnung dahinter nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • WooCommerce selbst ist kostenlos, der Betrieb nicht: Hosting, ein Plugin für die deutschen Pflichtangaben, Erweiterungen, Zahlungsgebühren und die Zeit für Updates kommen jedes Jahr zusammen.
  • Shopify kostet in Deutschland ab 27 € im Monat bei jährlicher Zahlung, dazu Apps und Kartengebühren. Wer einen fremden Zahlungsanbieter nutzt, zahlt je nach Tarif 2 % bis 0,2 % Zusatzgebühr auf jede Bestellung.
  • Patchstack zählt für 2025 11.334 neue Schwachstellen im WordPress-Umfeld, 91 % davon in Plugins. Wer WooCommerce betreibt, braucht jemanden, der Updates regelmäßig einspielt.
  • WooCommerce bleibt stärker, wenn WordPress vor allem Magazin ist, wenn Produkte mehr als drei Optionen brauchen oder wenn die freie Wahl des Zahlungsanbieters ohne Plattformgebühr wichtig ist.
  • Beim Umzug holt die kostenlose Store Migration App Produkte und Kunden per CSV, Bestellungen gehen nur über Drittanbieter, Passwörter gar nicht. Alle Produkt- und Kategorie-URLs brauchen Weiterleitungen.

WooCommerce vs. Shopify ist auf den ersten Blick ein Vergleich zwischen kostenlos und kostenpflichtig. WooCommerce ist ein Plugin für WordPress und kostet keine Lizenz. Shopify ist ein gehostetes System und kostet einen Monatstarif. Wer nur diese beiden Zahlen nebeneinanderlegt, übersieht den größten Teil der Rechnung. Denn was ein WooCommerce-Shop in Deutschland im Jahr kostet, steht selten an einem Ort.

In diesem Beitrag stelle ich die Kostenposten beider Systeme mit Quellen nebeneinander, ohne eine Gesamtsumme für „den“ WooCommerce-Shop zu erfinden. Danach geht es um die Sicherheitslage, um die Punkte, an denen WooCommerce besser bleibt, und um den konkreten Umzug: was die Tools übernehmen, was nicht, und welche URLs Du umleiten musst. Ein eigenes WooCommerce-Projekt habe ich nicht im Portfolio, deshalb kommen die Zahlen hier aus den Hilfeseiten der Hersteller und nicht aus einem Kundenfall.

1WooCommerce vs. Shopify: Zwei Systeme, zwei Arten von Kosten

WooCommerce schreibt auf seiner eigenen Vergleichsseite eine Plattformgebühr von 0 US-Dollar, 0 % Umsatzanteil und freie Wahl des Zahlungsanbieters ohne Zusatzgebühr. Das stimmt ja auch, es ist aber eine Herstellerangabe. Dieselbe Seite nennt für die meisten Shops Hosting zwischen 25 und 350 US-Dollar im Monat und Erweiterungen zwischen 29 und 299 US-Dollar im Jahr, pro Erweiterung. Die Kosten liegen also woanders, bei Hosting, Plugins und Zeit.

Shopify dreht das um. Der Tarif enthält Hosting, Updates, SSL und Support. Dafür zahlst Du jeden Monat, zusätzlich Apps aus dem App Store, Kartengebühren und bei einem fremden Zahlungsanbieter eine Zusatzgebühr auf jede Bestellung. Beide Modelle lassen sich mit denselben Posten durchrechnen, das machen die nächsten beiden Abschnitte.

Merke

Rechne beide Systeme mal mit fünf Posten: Grundkosten (Hosting oder Tarif), Pflichtfunktionen für Deutschland, Erweiterungen oder Apps, Zahlungsgebühren und Wartung. Erst wenn alle fünf nebeneinanderstehen, ist der Vergleich fair.

2Was kostet WooCommerce in Deutschland?

Die Frage „Was kostet WooCommerce“ wird in Deutschland deutlich öfter gesucht als der Vergleich mit Shopify. Die Antwort ist eben eine Liste und keine einzelne Zahl. STRATO, selbst Hoster, schreibt auf seiner Kostenseite, dass ein WooCommerce-Shop in Deutschland ohne kostenpflichtige Plugins wie German Market oder Germanized kaum zu realisieren ist. Auch kleineren Shops rät STRATO zu einem Startbudget im niedrigen vierstelligen Bereich. Das Hosting selbst gibt es dort schon ab 4 € im Monat.

Die beiden Rechts-Plugins übernehmen die Dinge, die ein deutscher Shop braucht und die WooCommerce im Kern nicht mitbringt: Grundpreise, Widerrufsbelehrung, den seit Juni 2026 vorgeschriebenen Widerrufsbutton, PDF-Rechnungen und Schnittstellen zu Rechtstexte-Anbietern. German Market kostet für eine Domain 87 € im ersten Jahr und 78 € je Verlängerung. Germanized gibt es als kostenlose Basis, die Pro-Version mit Rechtstexte-API kostet 85 € für eine Domain und 65 € im Jahr danach. Die Rechtstexte selbst kommen über eine Schnittstelle von einem Anbieter wie der IT-Recht Kanzlei und sind im Plugin-Preis nicht enthalten.

PostenWas es kostetQuelle, Stand Oktober 2026
WooCommerce selbst0 €, keine Plattformgebührwoocommerce.com/pricing
Hostingab 4 € im Monat bei STRATO, laut WooCommerce 25 bis 350 US-Dollar im Monat für die meisten Shopsstrato.de, woocommerce.com/pricing
Rechts-PluginGerman Market 87 € im ersten Jahr, dann 78 €; Germanized Basis kostenlos, Pro 85 €, dann 65 € im Jahrmarketpress.de, vendidero.de
Erweiterungen29 bis 299 US-Dollar im Jahr je Erweiterungwoocommerce.com/pricing
ZahlungsgebührenWooPayments in Deutschland 1,5 % plus 0,25 € je europäischer Kartenzahlung, 2 % Aufschlag bei Karten außerhalb Europas; keine Zusatzgebühr für fremde Anbieterwoocommerce.com/document/woopayments/fees
WartungUpdates für WordPress, WooCommerce, Theme und Plugins, Backups, Sicherheitsprüfung. Eigene Zeit oder Dienstleister, kein fester Preiseigene Einschätzung, siehe Abschnitt 4

Die Zahlungsgebühren sind der Posten, bei dem WooCommerce im Vorteil sein kann. WooPayments nimmt in Deutschland laut Gebührenseite 1,5 % plus 0,25 € für europäische Karten, SEPA-Lastschrift kostet 0,35 € je Zahlung. Du kannst aber eben auch PayPal, Mollie oder Stripe direkt anbinden, ohne dass WooCommerce eine Zusatzgebühr auf die Bestellung legt. Shopify macht das anders, dazu gleich mehr.

Was in keiner Tabelle steht, ist die Zeit. WordPress, WooCommerce, das Theme und jedes einzelne Plugin bekommen eigene Updates. WooCommerce 11.0 vom 4. August 2026 hat zum Beispiel den blockbasierten Produkteditor aus der Beta wieder entfernt, der klassische Editor bleibt. Solche Änderungen sind ja normal, aber jemand muss sie lesen, testen und einspielen. Wenn das niemand im Team macht, zahlst Du dafür einen Dienstleister oder Du lässt es, und dann landest Du bei Abschnitt 4.

Rechnen wir Deinen Shop einmal durch?

Im Erstgespräch stellen wir Deine aktuellen WooCommerce-Kosten den Shopify-Posten gegenüber, mit Deinen Bestellzahlen und Deinen Zahlungsarten. Du bekommst die Rechnung, keine Folie.

Zur Migration

3Was kostet Shopify, und was kommt obendrauf?

Die Shopify-Tarife in Deutschland kosten bei jährlicher Zahlung 27 € (Basic), 79 € (Grow) und 289 € (Advanced) im Monat, bei monatlicher Zahlung 36 €, 105 € und 384 €. Shopify Plus beginnt bei 2.100 € im Monat. Im Tarif stecken ja Hosting, SSL, Updates und der Support. Kartengebühren über Shopify Payments beginnen bei 2,1 % plus 0,30 € je Online-Zahlung im Basic-Tarif und sinken in den höheren Tarifen. Die komplette Rechnung mit Apps, POS und Beispielen steht im Beitrag zu den Shopify Kosten 2026.

Der Posten, der im Vergleich leicht untergeht, ist die Transaktionsgebühr für externe Zahlungsanbieter. Nutzt Du statt Shopify Payments zum Beispiel PayPal als alleinigen Anbieter oder Mollie, nimmt Shopify je nach Tarif einen Anteil der Bestellung zusätzlich zu den Gebühren des Anbieters. Bei WooCommerce gibt es diesen Posten nicht.

Zusatzgebühr für externe Zahlungsanbieter je Shopify-Tarif, Stand 30.10.2026

  1. Basic2 % je Bestellung
  2. Grow1 % je Bestellung
  3. Advanced0,6 % je Bestellung
  4. Plus0,2 % je Bestellung
  5. WooCommerce0 %, keine Plattformgebühr
Die Gebühr fällt nur an, wenn Du nicht Shopify Payments nutzt. Quelle: shopify.com/de/preise und woocommerce.com/pricing, abgerufen am 30.10.2026.

Dazu kommen dann noch die Apps aus dem App Store. Vieles, was bei WooCommerce ein Plugin ist, ist bei Shopify eine App mit Monatsgebühr, zum Beispiel PDF-Rechnungen oder erweiterte Produktoptionen. Welche Apps ein Shop wirklich braucht und welche Funktionen Shopify inzwischen selbst mitbringt, steht im Beitrag zu den Shopify-Apps. Rechtstexte, Cookie-Banner und der Widerrufsbutton laufen bei Shopify ebenfalls über Apps oder die Shop-Einstellungen, auch das kostet je nach Anbieter.

4Sicherheit und Wartung: Wer kümmert sich um die Updates?

Patchstack, ein Anbieter von Sicherheitsprodukten für WordPress, zählt in seinem Bericht „State of WordPress Security in 2026“ für das Jahr 2025 11.334 neue Schwachstellen im WordPress-Ökosystem. Das sind 42 % mehr als 2024. 91 % dieser Lücken lagen in Plugins, 9 % in Themes und sechs im WordPress-Kern selbst. 46 % der Lücken hatten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Patch vom Entwickler. Die Zahlen stammen aus der eigenen Datenbank von Patchstack und beziehen sich auf alle WordPress-Installationen, nicht nur auf Shops in Deutschland.

Für Dich als Händler heißt das, dass das Risiko nicht im Shop-Plugin allein sitzt, sondern in der Summe der Plugins, die ein deutscher WooCommerce-Shop braucht. Dazu gehören das Rechts-Plugin, die Zahlungs-Plugins, Versand, Cookie-Banner, SEO, Backups und Caching, und jedes davon hat seinen eigenen Update-Zyklus. Ein Shop, in dem Updates liegen bleiben, weil niemand zuständig ist, wird mit jedem Monat angreifbarer.

Bei Shopify liegt dieser Teil eben beim Anbieter. Plattform, Checkout und Zahlungsabwicklung werden zentral gepflegt, Du siehst davon nichts. Apps bleiben trotzdem Fremdcode, nur laufen sie in der Regel auf den Servern des App-Anbieters und nicht in Deiner Installation. Das macht Shopify nicht automatisch sicherer in jedem Punkt, es verschiebt aber die Arbeit weg von Dir. Wer diese Arbeit bei WooCommerce ohnehin an einen Dienstleister gibt, sollte dessen Rechnung ehrlich zu den Kosten aus Abschnitt 2 dazuzählen.

5Wo WooCommerce stärker bleibt

Ein fairer Vergleich nennt auch die Punkte, an denen das andere System vorne liegt. An ein paar Punkten liegt WooCommerce nach meiner Einschätzung weiter vorne, und bei einem davon sagt das Shopify sogar selbst.

Inhalte und Blog

WordPress ist ein Redaktionssystem, der Shop ist ein Plugin darin. Shopify schreibt auf seiner eigenen Vergleichsseite, dass WordPress für Blogger besser geeignet ist und Shopify für E-Commerce-Unternehmen. Wenn Dein Umsatz über Ratgeber, Magazin und Suchmaschinen-Inhalte kommt und der Shop daran hängt, ist der Blog in Shopify aus meiner Sicht ein Rückschritt. Du kannst dann den Shop auf Shopify betreiben und WordPress für Inhalte behalten, oder Du setzt den Shopify Buy Button in WordPress-Seiten ein. Shopify weist aber selbst darauf hin, dass der Buy Button nur auf fremden Seiten gedacht ist, nicht im eigenen Shopify-Shop.

Freie Wahl des Zahlungsanbieters

Bei WooCommerce bindest Du PayPal, Mollie, Stripe oder einen Anbieter Deiner Wahl an und zahlst nur dessen Gebühren. Shopify verlangt bei externen Anbietern die Zusatzgebühr aus Abschnitt 3. Wer aus vertraglichen Gründen bei einem bestimmten Zahlungsdienstleister bleiben muss, rechnet das auf jede Bestellung drauf.

Produkte mit vielen Optionen

Shopify erlaubt seit Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten je Produkt, aber weiterhin höchstens drei Optionen, etwa Farbe, Größe und Material. Ein Produkt mit vier oder mehr Merkmalen wird bei der Migration ohne Varianten angelegt. Bei WooCommerce gibt es diese Grenze nicht. Was Du in Shopify dann über Metafelder, Produktaufteilung oder Konfigurator-Apps löst, steht im Beitrag zu Varianten oder Produkten.

6WooCommerce oder Shopify: Woran Du den Wechsel festmachst

Die Entscheidung hängt nicht am System, sondern an drei Fragen zu Deinem Shop. Woher kommt der Umsatz, wer pflegt die Technik, und was kosten Dich Rechts-Plugin, Zahlungs-Plugins und Wartung heute schon zusammen. Das Schaubild zeigt, in welche Richtung die Antworten weisen. Es ist eine Entscheidungshilfe mit Bedingungen, keine Regel für alle Shops.

Entscheidungshilfe: Bleiben oder wechseln?

Woher kommt Dein Umsatz, und wer pflegt die Technik?

  1. Der Umsatz kommt über den Shop, niemand im Team übernimmt Updates und Sicherheit, Plugins und Wartung kosten schon heute spürbar Zeit oder Geld.

    Shopify ernsthaft prüfen

    Vorher die Zusatzgebühr bei fremden Zahlungsanbietern und die drei Optionen je Produkt gegenrechnen.

  2. WordPress ist vor allem Magazin oder Blog, der Shop läuft nebenher und der Umsatz hängt an den Inhalten.

    WordPress behalten, Shop getrennt prüfen

    Zwei Systeme heißen zwei Logins, zwei Designs und ein Übergang beim Klick in den Shop.

  3. Ein eigener Entwickler oder eine eingespielte Agentur betreut den Shop, Produkte brauchen mehr als drei Optionen oder der Zahlungsanbieter steht fest.

    Bei WooCommerce bleiben

    Die Wartungskosten gehören trotzdem jedes Jahr in die Rechnung.

Drei Wege mit ihren Bedingungen. Grundlage sind die Herstellerangaben aus den Abschnitten 2 bis 5, nicht ein einzelner Kundenfall.

Ein langsamer Shop oder ein unübersichtliches Backend ist für sich genommen kein Grund zu wechseln. Beides lässt sich bei WooCommerce über Hosting, Caching und Aufräumen angehen, bevor Du über einen Plattformwechsel nachdenkst. Umgekehrt ist die Sorge vor dem Umzug selbst kein Grund zu bleiben, denn der ist planbar, wenn Du seine Grenzen kennst. Darum geht es im letzten Abschnitt.

7So läuft der Umzug von WooCommerce zu Shopify ab

Shopify stellt für WooCommerce eine eigene Anleitung und die kostenlose Store Migration App bereit. Die App importiert Produkte und Kunden aus den CSV-Dateien, die Du aus WooCommerce exportierst. Dabei gibt es Grenzen, die Du vor dem Start kennen solltest. Produkte mit mehr als drei Optionen kommen ohne Varianten an, importierte Produkte landen als Entwürfe, WooCommerce-Kategorien werden zu Tags und Zeiträume für Aktionspreise werden nicht importiert. Bestellungen und Gutscheine lassen sich laut Shopify nicht per CSV importieren, dafür braucht es eine App aus dem App Store. Kundenpasswörter kommen in keinem Fall mit. Produktbewertungen stecken gar nicht erst im WooCommerce-Produktexport.

Umzug in fünf Schritten

  1. Daten sichten und Testshop anlegen

    Produkte, Kunden, Bestellungen, Bewertungen, Blog und Seiten einzeln durchgehen und entscheiden, was mit muss. Dann einen Shopify-Shop in der Testphase anlegen.

  2. Produkte und Kunden übertragen

    Mit der Store Migration App per CSV oder mit Matrixify direkt über die WooCommerce-API, inklusive Kategorien als Kollektionen.

  3. Bestellhistorie und Rest über eine App

    Bestellungen, Gutscheine, Blogbeiträge und Seiten über Matrixify oder LitExtension, Bewertungen nur dort, wo das Tool sie unterstützt.

  4. Weiterleitungen anlegen

    Alle Adressen unter /product/ und /product-category/ auf die neuen Shopify-Pfade /products/ und /collections/ umleiten, per CSV-Import im Admin.

  5. Testen, dann Domain umziehen

    Testbestellung, Steuern, Versand, Zahlarten und Rechtstexte prüfen, erst danach die Domain auf Shopify zeigen lassen.

Ablauf aus der Shopify-Hilfe zur WooCommerce-Migration und den Anleitungen von Matrixify und LitExtension, Stand Oktober 2026. Die Schritte 1 und 5 sind meine Empfehlung.

Für alles, was die Store Migration App nicht übernimmt, gibt es dann Apps von Drittanbietern. Matrixify liest die Daten direkt über die WordPress- und WooCommerce-API, ohne CSV-Export: Produkte, Kategorien als Kollektionen, Weiterleitungen, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, Blogbeiträge und Seiten. Theme, Plugins, Zahlungs- und Versandeinstellungen sowie Produktbewertungen überträgt Matrixify nicht. Gastkunden tauchen in der WooCommerce-Kunden-API nicht auf, Matrixify legt sie aus den Bestelldaten an. LitExtension nennt Produkte, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, Seiten, Blogbeiträge, Bilder, Kategorien und SEO-URLs, laut eigener FAQ auch Bewertungen. Passwörter überträgt auch LitExtension nicht, und für Kunden und Bestellungen muss der Shopify-Shop mindestens im Grow-Tarif sein.

ToolÜbernimmtÜbernimmt nicht
Store Migration App (Shopify, kostenlos)Produkte und Kunden per CSVBestellungen, Gutscheine, Bewertungen, Passwörter; Produkte mit mehr als drei Optionen kommen ohne Varianten
MatrixifyProdukte, Kollektionen, Weiterleitungen, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, Blog, Seiten, direkt über die APITheme, Plugins, Zahlungs- und Versandeinstellungen, Bewertungen
LitExtensionProdukte, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, Seiten, Blog, Bilder, Kategorien, SEO-URLs, Bewertungen laut AnbieterPasswörter; Kunden und Bestellungen erst ab dem Grow-Tarif

Ob der Umzug Umsatz kostet, hängt vor allem an den Weiterleitungen und an den Kundenkonten. WooCommerce legt Produkte im Standard unter /product/produktname und Kategorien unter /product-category/kategoriename ab. Shopify nutzt feste Pfade, /products/ und /collections/, die Du nicht ändern kannst. Jede alte Adresse braucht deshalb eine 301-Weiterleitung, sonst landen Besucher aus Google auf einer Fehlerseite und Deine Rankings gehen verloren. Shopify erlaubt bis zu 100.000 Weiterleitungen, mit Plus bis zu 20 Millionen, der Import geht per CSV. Wie Du die Liste baust und was bei Markenshops und Filterseiten zu beachten ist, steht im Beitrag zu Migration und SEO.

Bei den Kundenkonten geht es um die Passwörter, und die lassen sich aus keinem System übernehmen. In Shopify melden sich Kunden in den neuen Kundenkonten mit einem sechsstelligen Einmalcode per E-Mail an, ein Passwort brauchen sie dann nicht mehr. Wer Kundendaten sauber rüberholen will, inklusive Adressen und Bestellhistorie, findet den Ablauf im Beitrag zu Kundendaten. Was ein Umzug dauert und kostet, habe ich im Beitrag zu Kosten und Dauer einer Migration aufgeschrieben; meine Begleitung einer Migration beginnt bei 5.990 €, Details stehen auf der Seite zur Shopify Migration.

Du willst wissen, was bei Deinem Umzug hängen bleibt?

Im Erstgespräch gehen wir Deine Produkte, Kunden und URLs durch und klären, was die Store Migration App schafft, wofür Du Matrixify brauchst und wo Handarbeit anfällt. 30 Minuten, ohne Folie.

Erstgespräch vereinbaren

Fazit

Bei WooCommerce vs. Shopify zählen die laufenden Posten, die Lizenz ist nur der Anfang der Rechnung. Bei WooCommerce sind das Hosting, Rechts-Plugin, Erweiterungen und vor allem die Zeit für Updates in einem Umfeld mit über 11.000 neuen Schwachstellen im Jahr. Bei Shopify sind es Tarif, Apps und die Zusatzgebühr, wenn Du nicht Shopify Payments nutzt. Der Wechsel passt, wenn der Umsatz über den Shop kommt, niemand die Technik pflegt und die Plugins schon heute Geld und Nerven kosten. WooCommerce bleibt die bessere Wahl, wenn WordPress Dein Magazin ist, Produkte mehr als drei Optionen brauchen oder ein eigener Entwickler den Shop ohnehin betreut. Der Umzug selbst ist mit Store Migration App, Matrixify oder LitExtension planbar, solange Du Weiterleitungen und Kundenkonten von Anfang an mitdenkst.

Der erste Schritt: Schreib erstmal Deine WooCommerce-Kosten der letzten zwölf Monate untereinander, mit Hosting, Plugin-Lizenzen, Zahlungsgebühren und den Stunden für Updates. Stell daneben den Shopify-Tarif, der zu Deinem Bestellvolumen passt, plus die Apps, die Du wirklich brauchst. Dann weißt Du, ob sich der Vergleich überhaupt lohnt.

Häufige Fragen

Was ist WooCommerce?

WooCommerce ist ein kostenloses Shop-Plugin für WordPress. Es macht aus einer WordPress-Website einen Online-Shop mit Produkten, Warenkorb und Checkout. Hosting, Theme, Rechts-Plugin und Erweiterungen kommen dazu und kosten extra. Laut WooCommerce fallen keine Plattformgebühr und kein Umsatzanteil an.

Wie viel kostet ein WooCommerce-Shop in Deutschland?

Eine feste Zahl gibt es nicht. WooCommerce nennt für Hosting 25 bis 350 US-Dollar im Monat und für Erweiterungen 29 bis 299 US-Dollar im Jahr je Erweiterung. In Deutschland kommt ein Rechts-Plugin wie German Market (87 € im ersten Jahr) oder Germanized Pro (85 €) dazu. STRATO rät auch kleinen Shops zu einem Startbudget im niedrigen vierstelligen Bereich.

Wie handhabst Du Steuern und Pflichtangaben in WooCommerce?

Die Steuersätze pflegst Du in den WooCommerce-Einstellungen. Die deutschen Pflichtangaben wie Preisauszeichnung mit Mehrwertsteuer-Hinweis, Grundpreise, Lieferzeiten und Widerrufsbelehrung bringt WooCommerce nicht mit. Dafür nutzen deutsche Shops German Market oder Germanized, beide ergänzen auch PDF-Rechnungen und den Widerrufsbutton.

Kann ich meine Bestellungen von WooCommerce zu Shopify mitnehmen?

Nicht mit der kostenlosen Store Migration App von Shopify, die überträgt nur Produkte und Kunden. Bestellungen übernimmst Du mit einer Drittanbieter-App wie Matrixify oder LitExtension. Bei LitExtension muss der Shopify-Shop dafür mindestens im Grow-Tarif sein.

Kommen die Kundenpasswörter mit zu Shopify?

Nein, Passwörter lassen sich aus WooCommerce nicht exportieren und in Shopify nicht importieren. Kunden melden sich in den neuen Shopify-Kundenkonten mit einem sechsstelligen Einmalcode per E-Mail an und brauchen kein Passwort mehr.

Kann ich WordPress für den Blog behalten und nur den Shop zu Shopify umziehen?

Ja. Du betreibst den Shop auf Shopify und lässt Inhalte und Blog in WordPress. Für einzelne Produkte in WordPress-Seiten gibt es den Shopify Buy Button, der in allen Tarifen enthalten ist. Du hast dann zwei Systeme, zwei Designs und musst den Übergang zwischen beiden sauber gestalten.