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Warenkorbabbrecher-Mail in Shopify: Was Shopify, Flow und Klaviyo können, und wann die Erinnerung erlaubt ist

Die Datenschutzaufsicht in NRW stuft die Erinnerung nach einem Kaufabbruch als Werbung ein. Hier steht, was das für die Einstellungen in Shopify heißt, was Flow, Klaviyo und ActiveCampaign darüber hinaus können und wie Du prüfst, an wen Deine Mail gerade geht.

Alexander Karl von Alexander Karl 13 Min. Lesezeit Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026
Shop-Inhaberin in einem Berliner Loft am Laptop mit der Liste abgebrochener Checkouts und der Vorschau einer Erinnerungsmail, daneben gepackte Pakete
In der Liste der abgebrochenen Checkouts steht, wer eine Erinnerung bekommen könnte. An wen sie gehen darf, hängt an der Einwilligung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Landesdatenschutzbeauftragte NRW wertet Warenkorberinnerungen per E-Mail als Werbung, für die Du grundsätzlich eine Einwilligung brauchst; für Bestandskunden gibt es eine enge Ausnahme.
  • Die neue Automatisierung von Shopify schreibt in der Voreinstellung nur Kunden an, die E-Mail-Marketing abonniert haben, und die Umstellung auf alle Kunden ist ein Klick im Feld „An:“.
  • Für eine einzelne Erinnerung genügt die Automatisierung von Shopify, deren Mails laut Shopify kostenlos sind; mehrere Stufen und Segmente baust Du in Shopify Flow, Klaviyo oder ActiveCampaign.
  • Für die beste Wartezeit und die Zahl der Mails habe ich nur Empfehlungen von Anbietern gefunden und keine unabhängigen Messungen, deshalb zählt Dein eigener Bericht.

Eine Warenkorbabbrecher-Mail gehört in Shopify zu den Dingen, die ohne Dein Zutun laufen können. Jemand trägt im Checkout seine E-Mail-Adresse ein, kauft dann doch nicht, und ein paar Stunden später erinnert ihn der Shop an seinen Warenkorb. Lange ging es dabei eigentlich nur darum, welches Werkzeug die Mail schickt und nach wie vielen Stunden.

Seit dem Sommer steht eine andere Frage davor. Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen stuft solche Erinnerungen in ihrem Tätigkeitsbericht für 2025 als Werbung ein, die eine Einwilligung braucht. Die IT-Recht Kanzlei, der Händlerbund und Haufe haben im Juli 2026 darüber berichtet. Du musst also erstmal klären, an wen die Mail überhaupt gehen darf.

Ich bin ja kein Anwalt, und dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Für die Rechtslage halte ich mich an das, was die Fachquellen schreiben.

1Warenkorbabbrecher-Mail und Einwilligung: Was die Datenschutzaufsicht NRW sagt

Im 31. Tätigkeitsbericht der Behörde geht es um einen einzelnen Fall. Ein Verbraucher legt Produkte in den Warenkorb, schließt die Bestellung nicht ab und bekommt danach drei Erinnerungen per E-Mail. Der Händler hielt das für Servicekommunikation, die Behörde hält es für Werbung. So fasst es die IT-Recht Kanzlei in ihrem Beitrag vom 22. Juli 2026 zusammen.

Wer den Bestellvorgang abbricht, beendet nach Auffassung der Behörde das vorvertragliche Verhältnis, auf das sich der Händler berufen wollte. Für Werbung per E-Mail verlangt § 7 Abs. 2 UWG grundsätzlich die vorherige ausdrückliche Einwilligung. Auf ein berechtigtes Interesse kann sich der Händler dann in der Regel auch nicht stützen. Der Händlerbund und Haufe geben dieselbe Position wieder.

Die Ausnahme für Bestandskunden

§ 7 Abs. 3 UWG erlaubt Werbung per E-Mail ohne Einwilligung, wenn mehrere Bedingungen zusammen erfüllt sind. Die Fachquellen zählen sie so auf:

  • Du hast die Adresse im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung bekommen.
  • Du wirbst für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen.
  • Der Kunde hat der Werbung nicht widersprochen.
  • Du weist bei der Erhebung der Adresse und in jeder Mail klar darauf hin, dass er jederzeit widersprechen kann.

Bei jemandem, der zum ersten Mal im Shop ist und abbricht, greift die Ausnahme laut IT-Recht Kanzlei regelmäßig nicht. Die Adresse stammt dann ja aus keinem Verkauf. Ein Kundenkonto oder ein gefüllter Warenkorb reicht allein auch nicht. Hat der Kunde schon einmal bei Dir gekauft, kann die Ausnahme greifen, wenn die übrigen Bedingungen stimmen.

Wie die Einwilligung aussehen soll

Die IT-Recht Kanzlei, Haufe und eRecht24 nennen dafür eine Checkbox, die der Kunde selbst anklickt, und ein Double-Opt-in, also die Bestätigung über einen Link in einer E-Mail. Dass jemand seine Adresse im Checkout einträgt, ist laut eRecht24 noch keine Einwilligung in Werbung.

Einordnung

Ein Tätigkeitsbericht ist die Auffassung einer Aufsichtsbehörde und kein Urteil. eRecht24 nennt zusätzlich zwei Gerichtsentscheidungen aus dem Jahr 2026, vom Landgericht Köln und vom Landgericht Heilbronn, die nach Angabe des Portals noch nicht rechtskräftig sind. IT-Recht Kanzlei und Händlerbund weisen beide auf das Risiko von Abmahnungen hin.

2Was Shopify als abgebrochenen Checkout zählt

Was im Deutschen Warenkorbabbrecher-Mail heißt, läuft bei Shopify unter dem abgebrochenen Checkout. Ein Checkout gilt laut Shopify als abgebrochen, wenn der Kunde seine E-Mail-Adresse eingetragen hat und der Checkout danach länger als zehn Minuten unvollständig bleibt. Du findest diese Einträge im Admin unter Bestellungen und dort unter „Abgebrochene Checkouts“. Nach drei Monaten löscht Shopify sie automatisch.

Daneben kennt Shopify zwei weitere Vorlagen für Automatisierungen. Die eine richtet sich an Kunden, die Produkte in den Warenkorb legen und den Checkout gar nicht erst beginnen. Die andere geht an Kunden, die sich nur mal ein Produkt angesehen haben. Beide gehen laut Shopify in der Voreinstellung nur an Abonnenten.

In einigen Fällen verschickt Shopify die automatische Erinnerung nicht, auch wenn ein Checkout in der Liste steht:

  • Der Kunde hat inzwischen gekauft.
  • Er hat nur eine Telefonnummer und keine E-Mail-Adresse angegeben.
  • Bei der Zahlung gab es einen Fehler, oder Shopify Payments hat sie als riskant blockiert.
  • Kein Produkt aus dem Checkout ist mehr verfügbar.
  • Der Shop liefert nicht an die angegebene Adresse.

3Die Warenkorbabbrecher-Mail von Shopify: Empfänger, Wartezeit und Kosten

Shopify hat zwei Generationen dieser Mail. Die ältere Erinnerung stammt aus den Einstellungen unter Checkout. Die neuere ist eine Automatisierung in der App Messaging. Wer von der alten auf die neue umstellt, kann laut Shopify nicht mehr zurück, und die bisherigen Einstellungen werden übernommen.

Für die Rechtslage aus Abschnitt 1 kommt es vor allem auf den Empfängerkreis an. Die neue Automatisierung geht in der Voreinstellung nur an Kunden, die Dein E-Mail-Marketing abonniert haben. Im Editor der Mail gibt es das Feld „An:“, und dort lässt sich „Alle Kund:innen“ auswählen. Nach diesem einen Klick bekommt die Erinnerung auch, wer nie in Werbung eingewilligt hat, und das ist nach den Fachquellen in Deutschland der riskante Teil.

Die Vorlage von Shopify schickt die Erinnerung zehn Stunden nach dem Abbruch. Ändern kannst Du das, indem Du die Automatisierung bearbeitest und den Workflow dahinter in Shopify Flow öffnest.

Mails der Automatisierung für abgebrochene Checkouts sind laut Shopify immer kostenlos und zählen nicht zu den 10.000 Mails, die Du im Monat frei hast.

Aus der Praxis

Bei einem Kunstdruck-Shop, der kurz vor dem Launch steht, war die Automatisierung für abgebrochene Checkouts in einem Termin Anfang Oktober schon aktiv. Der Händler wollte sie vor dem Start noch einmal prüfen. Mir geht es bei dem Beispiel um den Zeitpunkt, denn vor dem Launch kannst Du Dir Empfängerkreis und Text in Ruhe ansehen.

Wo brechen Deine Kunden ab?

Im Erstgespräch schauen wir zusammen in Deine abgebrochenen Checkouts und in die Einstellungen der Erinnerung. 30 Minuten, ohne Folie.

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4So prüfst Du, an wen die Mail in Deinem Shop gerade geht

Für die Prüfung brauchst Du keinen Entwickler, nur eine zweite E-Mail-Adresse, die noch nie bei Dir bestellt hat. Geh die Punkte einfach mal der Reihe nach durch.

  • Öffne Apps, Messaging und Automatisierungen und schau nach, welche Automatisierungen für Checkouts, Warenkörbe und angesehene Produkte aktiv sind.
  • Öffne die Mail der Automatisierung und lies das Feld „An:“. Steht dort „Alle Kund:innen“, geht die Erinnerung auch an Kunden ohne Einwilligung.
  • Läuft bei Dir noch die ältere Erinnerung, prüf dort ebenfalls Empfängerkreis und Wartezeit. Je nach Stand des Shops liegt sie in den Einstellungen unter Checkout oder als eigener Eintrag bei den Automatisierungen.
  • Prüf in den Einstellungen unter Checkout, ob das Marketing-Opt-in für E-Mail aktiv ist und ob das Häkchen für Deutschland leer startet.
  • Schau in den Einstellungen unter Benachrichtigungen nach, ob das Double-Opt-in für Marketing eingeschaltet ist.
  • Prüf, ob ein zweites System wie Klaviyo oder ActiveCampaign eine eigene Abbruch-Strecke verschickt, damit nicht zwei Mails zum selben Checkout rausgehen.
  • Brich mit der zweiten Adresse einen Checkout ab, einmal mit und einmal ohne Marketing-Häkchen, und warte ab, welche Mail ankommt.

Zum Häkchen und zum Double-Opt-in steht mehr in der Shopify-Hilfe. Shopify kann das Häkchen je Region vorbelegen, in der Voreinstellung ist aber keine Region ausgewählt. Beim Double-Opt-in müssen Kunden, die sich vor dem Einschalten angemeldet haben, ihre Anmeldung nicht nachträglich bestätigen. Für diese Kontakte hast Du also keinen zweiten Nachweis.

Über das Feld „An:“ kannst Du statt aller Kunden auch eine Kundengruppe auswählen. Technisch ließe sich die Erinnerung so auf Kunden begrenzen, die bereits bestellt haben. Die Ausnahme für Bestandskunden hängt an mehr als am Segment, zum Beispiel am Hinweis auf das Widerspruchsrecht bei der ersten Bestellung. Das würde ich aber nicht ohne Kanzlei entscheiden.

Illustration: Einkaufswagen mit zwei Paketen, eine gestrichelte Linie führt über ein Kästchen mit Häkchen zu einem Briefumschlag
Zwischen Warenkorb und Erinnerung steht die Einwilligung. In Shopify ist das die Einstellung im Feld „An:“.

5Shopify Flow, Klaviyo und ActiveCampaign: Wann eine Mail nicht reicht

Die Automatisierung von Shopify passt, wenn Dir eine Erinnerung genügt und sie nur an Abonnenten geht. Eng wird es, wenn Du mehrere Stufen willst, Neukunden und Bestandskunden unterschiedlich ansprichst oder nach Warenkorbwert trennst. Einer der Wege dafür ist ja schon im Shop.

Shopify Flow

Shopify Flow ist eine kostenlose App in den Tarifen Basic, Grow, Advanced und Plus. Die Automatisierung für abgebrochene Checkouts ist selbst ein Workflow in Flow, mit dem Auslöser „Customer abandons checkout“. Dort kannst Du die Wartezeit ändern, Bedingungen ergänzen und Kunden mit einem Tag markieren. Wenn Deine E-Mails ohnehin aus Shopify kommen, brauchst Du erstmal kein zweites Werkzeug.

Klaviyo

Klaviyo ist laut Eintrag im Shopify App Store bis 250 Kontakte kostenlos. Der erste bezahlte E-Mail-Tarif kostet 20 US-Dollar im Monat für 251 bis 500 Kontakte, Stand 12. Oktober 2026. Nach meiner Einschätzung lohnt sich Klaviyo eigentlich erst, wenn Du die Strecke nach Segmenten verzweigen willst, etwa nach Neukunden und Bestandskunden.

ActiveCampaign

ActiveCampaign bringt die Anbindung an Shopify und den Auslöser „Abandons cart“ laut eigener Hilfe ab dem Tarif Starter mit. Der steht im App Store mit 19 US-Dollar im Monat. Ein Warenkorb gilt dort standardmäßig nach einer Stunde als abgebrochen. Die Daten kommen aber erst an, wenn der Kunde im Checkout den Schritt mit dem Versand erreicht hat.

WerkzeugKosten laut AnbieterAuslöserPasst, wenn
Automatisierung von Shopifykostenlos, zählt nicht zum Mail-Kontingentabgebrochener Checkout, Vorlage mit zehn Stundeneine Erinnerung an Abonnenten genügt
Shopify Flowkostenlose App ab Basic„Customer abandons checkout“Du Wartezeit, Bedingungen oder Tags selbst steuern willst
Klaviyobis 250 Kontakte kostenlos, danach ab 20 US-Dollar im Monat„Started Checkout“ oder „Added to Cart“Du nach Segmenten verzweigen willst
ActiveCampaignab 19 US-Dollar im Monat im Tarif Starter„Abandons cart“, standardmäßig nach einer StundeActiveCampaign ohnehin Dein Hauptkanal ist

Bei einem Fachhändler, dessen Shop gerade zu Shopify umzieht, ist diese Frage noch offen. ActiveCampaign ist dort der Hauptkanal für E-Mail, Shopify Flow wäre die schlankere Lösung. Ein Ergebnis gibt es noch nicht, das Projekt läuft. Meine Tendenz in so einem Fall wäre, die Strecke im Hauptkanal zu bauen und die Mail von Shopify abzuschalten, damit nicht zwei Systeme denselben Kunden anschreiben.

Die Frage aus Abschnitt 1 nimmt Dir keines dieser Werkzeuge ab, schau also in jedem nach, ob die Strecke nur an Kontakte mit Einwilligung geht. Andere Newsletter-Werkzeuge wie Brevo haben ebenfalls eine Shopify-Anbindung, verglichen habe ich hier nur die drei aus dem Titel.

6Wartezeit, Anzahl der Mails und Rabatt: Was sich belegen lässt

Zur besten Wartezeit findest Du viele Empfehlungen, aber wenig Belege. Die Vorlage von Shopify wartet zehn Stunden, ActiveCampaign setzt eine Stunde an, und Brevo empfiehlt im eigenen Blog zwei Stunden und eine Serie aus zwei oder drei Mails. Das sind Voreinstellungen und Empfehlungen von Anbietern, unabhängige Messungen habe ich dazu nicht gefunden. Eigene Rückgewinnungsquoten kann ich Dir auch nicht nennen, belastbare Zahlen habe ich dazu aus keinem Projekt.

Mehr als eine Faustregel sagt Dir Dein eigener Bericht. Shopify führt für die Erinnerungen laut Hilfe einen Bericht mit Sitzungen, abgeschlossenen Bestellungen, Conversion Rate und Umsatz aus den Mails. Wenn Du die Wartezeit änderst, ändere nur sie und vergleiche über ein paar Wochen.

Im Fall aus NRW waren es ja drei Erinnerungen, und jede weitere Stufe ist eine weitere Werbemail an denselben Empfänger. Für Abonnenten kann eine zweite Stufe sinnvoll sein, messen musst Du das aber schon selbst.

Im Beitrag zum Bestellwert habe ich vorgerechnet, dass ein Rabatt von 15 % bei 40 % Marge 60 % mehr Absatz braucht, bevor er sich lohnt. Ein Gutschein in der Erinnerung kann außerdem dazu führen, dass Kunden den Abbruch als Weg zum Rabatt lernen. Ich würde deshalb mit einer Erinnerung ohne Rabatt anfangen und den Gutschein erst testen, wenn die Zahlen ohne ihn vorliegen.

7Weniger Abbrüche statt mehr Mails

Die Erinnerung kommt erst, wenn der Kunde schon weg ist, und nicht jeder Abbruch lässt sich zurückholen. Baymard nennt 70,22 % als Mittelwert aus 50 Studien zu abgebrochenen Warenkörben. In der Befragung von Baymard sagten 42 % der Käufer in den USA, sie hätten nur gestöbert oder seien noch nicht bereit zum Kauf gewesen. Die Zahl misst Warenkörbe und keine Checkouts, mit der Quote in Deinem Shopify-Checkout kannst Du sie also nicht direkt vergleichen.

Unter den übrigen Gründen stehen bei Baymard Zusatzkosten wie Versand, Steuern und Gebühren an erster Stelle. Daran kannst Du schon vor dem Abbruch etwas ändern, etwa indem die Versandkosten bereits im Warenkorb stehen. Welche Hebel es im Checkout und davor gibt, steht im Beitrag zur Conversion Rate. Wie Du Deine eigene Quote einordnest, liest Du im Beitrag zu den Benchmarks.

Warenkorb, Checkout und Erinnerung in einem Sprint

Im CRO-Sprint gehen wir Warenkorb, Checkout und die Erinnerungsstrecke Deines Shops durch und setzen um, was sich mit Deinen Zahlen begründen lässt. Das Erstgespräch ist kostenlos.

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Fazit

Die Warenkorbabbrecher-Mail ist in Shopify ja schnell eingeschaltet. Für eine einzelne Erinnerung an Abonnenten brauchst Du nur die Automatisierung, die Shopify mitbringt. Mehrere Stufen und Segmente baust Du in Shopify Flow, Klaviyo oder ActiveCampaign, je nachdem, wo Deine E-Mails ohnehin laufen. Vor dem Werkzeug steht seit dem Bericht aus NRW die Frage, an wen die Mail gehen darf, und die klärst Du mit Deinem Rechtstext-Anbieter. Die Prüfung aus Abschnitt 4 kannst Du selbst machen, einen Dienstleister brauchst Du dafür nicht.

Der erste Schritt: Öffne im Admin Apps, Messaging und Automatisierungen, öffne die Mail für abgebrochene Checkouts und lies das Feld „An:“. Steht dort „Alle Kund:innen“, klär zuerst die Einwilligung, bevor Du an Wartezeit oder Text arbeitest.

Häufige Fragen

Was ist eine Warenkorbabbrecher-Mail?

Sie erinnert einen Kunden per E-Mail an einen Einkauf, den er begonnen und nicht abgeschlossen hat. In Shopify hängt sie am abgebrochenen Checkout. Der zählt als abgebrochen, wenn die E-Mail-Adresse eingetragen ist und der Checkout länger als zehn Minuten unvollständig bleibt.

Sind Warenkorbabbrecher-Mails in Deutschland erlaubt?

Die Landesdatenschutzbeauftragte NRW stuft sie in ihrem Tätigkeitsbericht für 2025 als Werbung ein, für die grundsätzlich eine vorherige Einwilligung nötig ist. Das ist die Auffassung einer Aufsichtsbehörde und kein Urteil. Für Deinen Shop klärst Du das mit Deinem Rechtstext-Anbieter oder einer Kanzlei.

Wann ist eine Warenkorbabbrecher-Mail ohne Einwilligung zulässig?

Die Fachquellen nennen die Ausnahme für Bestandskunden aus § 7 Abs. 3 UWG. Dafür musst Du die Adresse bei einem Verkauf bekommen haben, für eigene ähnliche Produkte werben und in jeder Mail auf das Widerspruchsrecht hinweisen, und der Kunde darf nicht widersprochen haben. Bei einem erstmaligen Kaufabbruch greift die Ausnahme laut IT-Recht Kanzlei regelmäßig nicht.

Kann Shopify Warenkorbabbrecher-Mails ohne zusätzliche App verschicken?

Ja. Shopify bringt eine Automatisierung für abgebrochene Checkouts mit, die Du unter Apps, Messaging und Automatisierungen findest. Ihre Mails sind laut Shopify kostenlos und zählen nicht zum monatlichen Kontingent. In der Voreinstellung geht sie nur an Kunden, die E-Mail-Marketing abonniert haben.

Wann verschickt Shopify die Erinnerung an einen abgebrochenen Checkout?

Die Vorlage von Shopify schickt die Mail zehn Stunden nach dem Abbruch. Die Wartezeit änderst Du, indem Du die Automatisierung bearbeitest und den Workflow in Shopify Flow öffnest.

Brauche ich Klaviyo für Warenkorbabbrecher-Mails?

Für eine einzelne Erinnerung nicht, die schickt Shopify selbst. Klaviyo oder ActiveCampaign kommen in Frage, wenn Du mehrere Stufen willst oder die Strecke nach Segmenten trennst, etwa nach Neukunden und Bestandskunden. Läuft Dein E-Mail-Marketing schon in einem dieser Werkzeuge, würde ich die Strecke dort bauen und die Mail von Shopify abschalten.

Alexander Karl, Shopify Freelancer aus Berlin

Alexander Karl

Shopify Freelancer und E-Commerce Berater, Berlin

Ich baue und optimiere Shopify-Shops für Händler, die selbst anpacken: Launch, Migration, Conversion-Optimierung und laufender Support. Vorher war ich mehrere Jahre als Interim Product Manager im E-Commerce von Mittelstand und Konzernen unterwegs.

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