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Betrieb & Recht

Shopify Rechnung als PDF verschicken: Sufio, Order Printer und Lexoffice im Vergleich

Shopify verschickt von sich aus keine Rechnung per Mail. Vier Wege bringen sie als PDF zum Kunden: kostenlos von Hand, automatisch aus dem Shop mit oder ohne Steuerfunktionen, oder aus der Buchhaltung. Was sie kosten, was sie können, wann Du überhaupt eine Rechnung brauchst und wie die Entscheidung in einem Migrationsprojekt gefallen ist.

Alexander Karl von Alexander Karl 19 Min. Lesezeit Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026
Shop-Inhaberin und Shopify Freelancer in einem Berliner Loft am Laptop, auf dem Bildschirm eine Bestellung im Shopify-Admin und eine Rechnung als PDF
Die Bestellbestätigung von Shopify ist keine Rechnung. Wo die Rechnung entsteht, entscheidet über App, Preis und Buchhaltung.

Das Wichtigste in Kürze

  • An Verbraucher musst Du in Deutschland keine Rechnung ausstellen, an Geschäftskunden schon. Shopify schickt nach dem Kauf eine Bestellbestätigung und kann mit Shopify Tax eine Rechnung auf der Bestellstatus-Seite zeigen. Für eine Rechnung per Mail brauchst Du eine App oder eine angebundene Buchhaltung.
  • Vier Wege stehen zur Wahl: Order Printer von Shopify ist kostenlos, druckt aber nur von Hand. Order Printer Pro verschickt die Rechnung automatisch und ist bis 50 Bestellungen im Monat kostenlos. Sufio erstellt und verschickt die Rechnung ab 7 US-Dollar im Monat automatisch aus dem Shop. Lexware Office erzeugt sie in der Buchhaltung, mit Zahlungsabgleich und DATEV-Export.
  • Die Entscheidung hängt davon ab, wo Deine Buchhaltung liegt und ob Du Kauf auf Rechnung anbietest. Wer Zahlungserinnerungen aus dem Shop heraus braucht, ist mit einer Rechnungs-App wie Sufio gut bedient, wer alles in einem Buchhaltungstool haben will, mit Lexware Office oder einem ähnlichen Tool.
  • Bei Bestellungen aus dem EU-Ausland und der Schweiz muss die Rechnung den richtigen Steuerhinweis tragen. Die USt-ID-Prüfung im Checkout ist seit Shopify Tax Bordmittel, den Text auf der Rechnung setzt die App.

Die Frage kam mitten in einem Migrationsprojekt, wörtlich: „Wie verschicken wir Rechnungen als PDF?“ Der Händler ist ein Fachhändler, dessen Shop gerade zu Shopify umzieht. Shopify schickt nach dem Kauf eine Bestellbestätigung mit allen Positionen und Preisen, aber das ist keine Rechnung im steuerlichen Sinn. Es fehlen die fortlaufende Rechnungsnummer und ein Dokument, das sich nachträglich nicht mehr ändern lässt.

Für den Händler standen drei Wege zur Wahl, ein vierter, Order Printer Pro, kam später in den Vergleich. Erst sollte die Rechnung aus Lexware Office kommen, weil die Buchhaltung dort läuft. Am Ende wurde es Sufio, und die Gründe dafür stehen weiter unten. In diesem Beitrag zeige ich alle vier Wege mit Kosten, Automatisierung und Anschluss an die Buchhaltung, und was bei Bestellungen aus Österreich, Frankreich oder der Schweiz auf der Rechnung stehen muss. Ich bin kein Steuerberater, deshalb steht hier die technische Seite. Für die steuerliche Bewertung frag bitte Deinen Steuerberater oder einen Anbieter wie die IT-Recht Kanzlei oder den Händlerbund.

1Was Shopify verschickt und was nicht

Nach jeder Bestellung schickt Shopify eine Mail mit Positionen, Preisen, Steuern und Versandadresse. Sie heißt Bestellbestätigung, und genau das ist sie. Für den Kunden sieht sie erstmal wie eine Rechnung aus, als Rechnung nach dem Umsatzsteuergesetz fehlt ihr aber die fortlaufende Rechnungsnummer, und sie ist nachträglich nicht geschützt. Wenn Dein Steuerberater nach der Ausgangsrechnung zu einer Bestellung fragt, hast Du ohne weitere Lösung nur die Bestellseite im Admin.

Eine Ausnahme gibt es inzwischen, wenn Du Shopify Tax nutzt. Unter Einstellungen, Steuern und Zölle kannst Du dann Umsatzsteuer-Rechnungen aktivieren. Shopify erzeugt sie als PDF für Bestellungen in die EU und nach Großbritannien, die über den Shopify-Checkout kommen, und zeigt sie dem Kunden auf der Bestellstatus-Seite. Per Mail verschickt Shopify sie nicht, und für Lieferungen in die Schweiz gibt es sie nicht. Im Migrationsprojekt wird diese Rechnung deaktiviert, dort kommt die Rechnung aus Sufio.

Verwirrend ist der Button „Rechnung senden“, der im Admin bei Bestellentwürfen steht. Er schickt dem Kunden einen Bezahllink, damit die Bestellung überhaupt bezahlt wird. Das ist eine Zahlungsaufforderung und keine Rechnung mit Steuerausweis. Auch die Bestellnummer, die Shopify fortlaufend vergibt, hilft nur zum Teil. Sie zählt zwar ohne Lücken hoch, aber sie steht auf keinem Dokument, das eine Rechnung wäre.

Ob Du überhaupt eine Rechnung ausstellen musst, hängt vom Kunden ab. An Verbraucher musst Du in Deutschland keine Rechnung ausstellen, eine allgemeine Pflicht dafür gibt es im Umsatzsteuergesetz nicht. Lieferst Du an ein Unternehmen für dessen Betrieb, musst Du nach § 14 Abs. 2 UStG innerhalb von sechs Monaten eine Rechnung ausstellen. Viele Privatkunden erwarten trotzdem eine, und sobald Du Rechnungen verschickst, müssen sie die Pflichtangaben tragen. Dann muss irgendwo ein Dokument entstehen, das Rechnungsnummer, Steuerausweis und Pflichtangaben trägt, als PDF zum Kunden geht und acht Jahre lesbar bleibt. Dafür gibt es drei Orte: den Shop selbst mit einer Druck-App, den Shop mit einer Rechnungs-App oder die Buchhaltung, die sich die Bestellung holt.

2Was eine Rechnung in Deutschland können muss

Bevor ich die Wege vergleiche, kurz die Anforderungen, an denen ich jede Lösung messe. Die Pflichtangaben nach dem Umsatzsteuergesetz kennt Dein Steuerberater, dazu gehören Name und Anschrift beider Seiten, Deine Steuernummer oder USt-ID, Rechnungsdatum, Rechnungsnummer, Menge und Art der Ware, Nettobetrag, Steuersatz und Steuerbetrag. Jede der vier Lösungen bringt diese Felder mit, wenn Du sie einmal richtig einrichtest.

Dazu kommen die Punkte, bei denen sich die Lösungen unterscheiden. Die Rechnungsnummer muss fortlaufend und ohne Lücken vergeben werden, und zwar für Rechnungen, nicht für Bestellungen. Eine Rechnung darf sich nach dem Erstellen nicht mehr ändern, eine Korrektur läuft über eine Gutschrift oder Stornorechnung. Und die Rechnungen müssen seit dem 1. Januar 2025 acht Jahre aufbewahrt werden, vorher waren es zehn. Wer noch zehn Jahre im Kopf hat, liegt also auf der sicheren Seite, aber die Frist ist kürzer geworden. Wie aufbewahrt wird, regeln die GoBD. Danach muss die Rechnung in der Form erhalten bleiben, in der sie verschickt wurde, also unverändert und jederzeit auffindbar. Ob dafür Dein E-Mail-Postausgang reicht, klärst Du am besten mit Deinem Steuerberater. Ein Archiv in der Rechnungs-App oder in der Buchhaltung ist meistens der einfachere Weg.

Ein Thema, das gerade auf viele Händler zukommt, ist die E-Rechnung. Seit dem 1. Januar 2025 musst Du als Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz sie an inländische Geschäftskunden auch ausstellen, ab 2028 gilt das für alle. Rechnungen an Verbraucher sind ausgenommen, ebenso Kleinbeträge bis 250 Euro brutto. Für einen reinen B2C-Shop ändert sich damit erstmal nichts. Wer Geschäftskunden beliefert, sollte bei der Wahl der App darauf achten, dass sie ZUGFeRD oder XRechnung erzeugen kann.

Merke

Die Bestellnummer ist keine Rechnungsnummer. Sobald Du eine Bestellung teilweise erstattest oder eine Position änderst, braucht es ein zweites Dokument mit eigener Nummer. Prüf deshalb vor dem Go-Live mit einer Testbestellung, ob Deine Rechnungslösung die Gutschrift richtig anlegt.

3Weg 1: Order Printer, kostenlos und von Hand

Order Printer ist die kostenlose App von Shopify selbst. Sie druckt Rechnungen, Lieferscheine und Picklisten aus Vorlagen, die Du in HTML, CSS und Liquid anpassen kannst. Bis zu 50 Bestellungen lassen sich auf einmal ausgeben, entweder als PDF zum Speichern oder direkt an den Drucker. Im App Store steht die App bei 3,5 von 5 Sternen mit 377 Bewertungen, und die Kritik in den Bewertungen zielt meist darauf, dass sie nur tut, was Du von Hand auslöst.

Das heißt im Alltag, dass jemand im Team nach jeder Bestellung die Rechnung erzeugt und als Anhang an den Kunden schickt. Bei wenigen Bestellungen geht das nebenbei, bei vielen kostet es jeden Tag spürbar Zeit. Eine eigene Rechnungsnummer führt die App nicht, als Nummer dient die Bestellnummer aus Shopify. Ob das für Dein Finanzamt reicht, klärst Du am besten mit dem Steuerberater. Bei einer Teilerstattung musst Du die Gutschrift selbst als Vorlage anlegen und von Hand ausfüllen.

Trotzdem hat die App durchaus ihren Platz. Ein Shop, der gerade startet, wenige Bestellungen hat und sowieso jedes Paket einzeln packt, kann mit Order Printer beginnen und später wechseln. Und als Ergänzung für Lieferscheine und Picklisten kann sie auch neben einer Rechnungs-App weiterlaufen. Wer bei Vorlagen bleiben, die Rechnung aber automatisch verschicken will, findet mit Order Printer Pro eine App, die die Rechnung automatisch verschickt, dazu Abschnitt 6.

Bekommen Deine Kunden gerade nur die Bestellbestätigung?

Im Erstgespräch schauen wir in Deinen Admin und in Deine Buchhaltung und legen fest, wo die Rechnung entstehen soll. Danach hast Du eine Entscheidung und eine Liste, was einzurichten ist. 30 Minuten, ohne Folie.

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4Weg 2: Sufio, die Rechnung kommt aus dem Shop

Sufio ist eine Rechnungs-App, die im Shop sitzt und die Rechnung in dem Moment erzeugt, in dem die Bestellung bezahlt ist. Die Rechnung geht automatisch per Mail an den Kunden, mit fortlaufender Nummer, in der Sprache und Währung des Kunden und mit Deinem Layout. Wird eine Bestellung erstattet oder geändert, kann Sufio die passende Gutschrift automatisch anlegen, wenn die Einstellung dafür aktiv ist. Im Test beim Fachhändler lief das beim Storno noch nicht sauber, dazu mehr in Abschnitt 9. Im App Store steht die App bei 4,9 von 5 Sternen mit 465 Bewertungen.

Die Preise stammen von der Preisseite von Sufio, abgerufen am 20. September 2026, und gelten in US-Dollar. Starter kostet 7 US-Dollar im Monat für 15 Rechnungen, Growth 19 US-Dollar für 50 Rechnungen und 50 Proforma-Rechnungen, Professional 49 US-Dollar für 5.000 Dokumente und Premium 129 US-Dollar ohne Limit. Für Shopify Plus mit mehreren Storefronts gibt es Sufio Plus ab 499 US-Dollar. Ein Shop mit 200 Bestellungen im Monat landet also bei Professional, ein Shop mit 40 Bestellungen bei Growth. Die Links zu Sufio in diesem Beitrag sind Affiliate-Links, am Preis für Dich ändert das nichts.

Was Sufio für den deutschen Markt interessant macht, sind die Steuerfunktionen. Die App prüft EU-USt-IDs in Echtzeit und setzt Geschäftskunden aus anderen EU-Ländern steuerfrei, mit dem passenden Hinweis auf der Rechnung. Rechnungen und Gutschriften enthalten die strukturierten Daten für die E-Rechnung, in Deutschland als ZUGFeRD, für Frankreich als Factur-X, dazu der Versand über das Peppol-Netz für 5 Cent je Dokument. Und Du kannst tausende Rechnungen als PDF auf einmal exportieren und Deinem Steuerberater geben.

Was Sufio nicht hat, ist eine Buchhaltung. Es gibt keinen DATEV-Export, keinen Zahlungsabgleich mit dem Bankkonto und keine Umsatzsteuervoranmeldung. Die Rechnungen gehen als PDF-Stapel oder über den Belegimport in das Buchhaltungstool Deiner Wahl. Für viele Händler ist das der richtige Schnitt, denn die Rechnung entsteht dort, wo die Bestellung liegt, und die Buchhaltung bleibt beim Steuerberater oder im Buchhaltungstool.

5Weg 3: Lexware Office, die Rechnung kommt aus der Buchhaltung

Der dritte Weg dreht die Richtung um. Die Buchhaltung holt sich jede Bestellung aus Shopify und erzeugt dort die Rechnung. Lexware Office, früher Lexoffice, war im Migrationsprojekt die vorhandene Buchhaltung. Sevdesk, Easybill und Billbee gehen einen ähnlichen Weg, ich beschränke mich hier auf Lexware Office.

Die Verbindung läuft über eine App aus dem Shopify App Store. Die App mit den meisten Bewertungen ist „Lexware Office (lexoffice)“ von Eshop Guide mit 4,6 von 5 Sternen bei 280 Bewertungen. Der Standard-Tarif kostet 13 US-Dollar im Monat und enthält das Anlegen der Rechnungen, den Mailversand an den Kunden und den Abgleich der Zahlungen, Premium kostet 27 US-Dollar und bringt eigene Layouts und Ausschlüsse über Tags. Eine zweite App, „Lexware Office+“ von Appify, kostet 10 oder 22 US-Dollar im Monat und steht bei 4,8 Sternen mit 40 Bewertungen. Dazu kommt das Abo von Lexware Office selbst, je nach Tarif zwischen rund 8 und 33 Euro netto im Monat, Stand Januar 2026.

Der Vorteil liegt im Zahlungsabgleich. Die App überträgt die Zahlungen von Shopify Payments, PayPal, Klarna, Amazon Pay und Apple Pay mit den Gebühren, sodass in der Buchhaltung Rechnung und Zahlung zusammenpassen. Der DATEV-Export für den Steuerberater ist in Lexware Office enthalten, die Umsatzsteuervoranmeldung ab dem Tarif L. Wer OSS nutzt, schaltet es in der App ein, dann bucht sie den Steuersatz des Ziellands.

Der Nachteil ist die Kette aus zwei Systemen. Die Rechnung entsteht erst, wenn die App die Bestellung abgeholt hat, und jede Einstellung muss auf beiden Seiten passen: Steuersätze, Versandkosten, Gebühren von PayPal, Reverse Charge für Geschäftskunden. Typische Fehlerquellen sind PayPal-Gebühren, die als Umsatz gebucht werden, oder ein OSS-Verfahren, das in der App nicht eingeschaltet ist. Wer den Weg geht, sollte die ersten Rechnungen mit dem Steuerberater prüfen.

6Weg 4: Order Printer Pro, Rechnung automatisch versenden ohne Buchhaltung

Order Printer Pro ist nicht die kostenlose App von Shopify, auch wenn der Name so klingt. Sie kommt von einem Entwickler aus London, steht im App Store bei 4,9 Sternen mit über 2.900 Bewertungen und liegt zwischen Order Printer und Sufio: Die Rechnung geht automatisch raus, es gibt fortlaufende Rechnungsnummern und Gutschriften, aber keine Steuerfunktionen wie die USt-ID-Prüfung von Sufio.

Die Preise, Stand 12. Oktober 2026 im App Store: bis 50 Bestellungen im Monat kostenlos, Starter 10 US-Dollar für bis zu 500 Bestellungen, Growth 20 US-Dollar bis 5.000, Scale 40 US-Dollar darüber. Ein Shop mit 200 Bestellungen im Monat zahlt also 10 US-Dollar, bei Sufio wären es 49. Das macht die App für kleine und mittlere Shops interessant, die nur den Versand automatisieren wollen.

So richtest Du den automatischen Versand ein: Nach der Installation wählst Du eine Vorlage für Rechnung und Lieferschein, trägst Deine Pflichtangaben ein (Firma, Anschrift, Steuernummer oder USt-ID) und legst den Nummernkreis fest. Dann schaltest Du den automatischen Versand ein. Die App schickt die Rechnung per Mail, sobald die Bestellung bezahlt ist, oder setzt einen Download-Link in die Shopify-Bestellbestätigung. Die Vorlagen sind Liquid, Du kannst also dieselben Anpassungen machen wie bei Order Printer, nur dass Du sie nicht bei jeder Bestellung von Hand anstoßen musst. Rund 30 Sprachen sind dabei, die Rechnung kommt beim Kunden aus Österreich oder Frankreich also in seiner Sprache an.

Was fehlt: Den Hinweis auf Reverse Charge für Geschäftskunden setzt Du über die Vorlage, nicht automatisch nach USt-ID-Prüfung. Eine E-Rechnung im ZUGFeRD-Format gibt es nicht. Und wie bei Sufio geht nichts direkt in die Buchhaltung, die PDFs gehen als Stapel oder über den Belegimport an Lexware Office, sevDesk oder den Steuerberater.

7Der Vergleich in einer Tabelle

Die Tabelle fasst die Wege zusammen. Alle Preise sind die Einstiegsstufen aus dem App Store und von den Anbieterseiten, Stand 20. September 2026, Order Printer Pro mit Stand 12. Oktober 2026.

KriteriumOrder PrinterOrder Printer ProSufioLexware Office per App
Preis im Monatkostenloskostenlos bis 50 Bestellungen, 10 $ bis 500, 20 $ bis 5.0007 $ für 15 Rechnungen, 19 $ für 50, 49 $ für 5.000App ab 10 bis 13 $, dazu Lexware Office ab rund 8 € netto
Rechnung geht automatisch rausnein, nur von Handja, beim Bezahlenja, beim Bezahlenja, aus der Buchhaltung
Eigene Rechnungsnummernein, Bestellnummerja, fortlaufendja, fortlaufendja, aus dem Nummernkreis der Buchhaltung
Gutschrift bei Erstattungvon Handjaautomatisch, wenn eingestelltautomatisch
USt-ID-Prüfung und Reverse-Charge-HinweisHinweis nur per VorlageHinweis nur per VorlagePrüfung in Echtzeit, Hinweis automatischHinweis in der App einstellbar
Zahlungserinnerungneinneinjaja, aus Lexware Office
E-Rechnung (ZUGFeRD, XRechnung)neinneinja, Peppol 5 Cent je Dokumentja, in Lexware Office
Zahlungsabgleich und DATEV-Exportneinnein, PDF-Exportnein, PDF-Export für den Steuerberaterja
Was im Test aufgefallen istnicht getestetnicht getestetTest im Migrationsprojekt: Storno-Gutschrift noch nicht sauber, Hinweis „Rechnungsbetrag bereits bezahlt“ bei Kauf auf Rechnung, Hausschrift im PDF nicht übernommen, Rechnungsnummer im Admin nicht direkt sichtbarnicht getestet
Passt fürwenige Bestellungen, Lieferscheineautomatischer Versand ohne SteuerfunktionenRechnung aus dem Shop, Kauf auf RechnungBuchhaltung in Lexware Office

Ein Wort zu den Kosten im Jahr. Sufio Growth liegt bei rund 228 US-Dollar im Jahr, die Lexware-Kombination aus App und Tarif L grob gerechnet bei rund 400 Euro. In Projekten schaue ich deshalb weniger auf den Preis als auf die Frage, wo die Rechnung entstehen soll. Wie die Rechnungs-App und die übrigen Apps eines Shops zusammenpassen, steht im Beitrag zu den Shopify-Apps, die man wirklich braucht.

8EU-Ausland und Schweiz: Was auf der Rechnung stehen muss

Sobald Du in andere Länder verkaufst, entscheidet die Rechnung darüber, ob die Steuer stimmt. Drei Fälle kommen häufig vor, und alle drei standen im Workshop des Migrationsprojekts auf dem Tisch.

Verbraucher in der EU: OSS

Wer im Jahr für mehr als 10.000 Euro netto an Verbraucher in anderen EU-Ländern liefert, rechnet mit dem Steuersatz des Ziellands ab. Die Umsätze kannst Du dann über das One-Stop-Shop-Verfahren beim Bundeszentralamt für Steuern melden. Das Verfahren ist freiwillig, wer es nutzt, braucht keine Registrierung in den einzelnen Ländern. In Shopify stellst Du unter Steuern und Zöllen für die EU die Registrierungsart auf One-Stop-Shop, dann berechnet Shopify Tax den Satz des Ziellands. Die Rechnungs-App übernimmt den Satz aus der Bestellung, prüfen musst Du nur, dass sie ihn auch ausweist.

Geschäftskunden in der EU: USt-ID im Checkout

Seit Shopify Tax kann der Checkout eine USt-ID abfragen. Dafür setzt Du in den Checkout-Einstellungen das Feld für die USt-ID des Unternehmens auf „optional“. Ist die Nummer gültig und geht die Ware in ein anderes EU-Land, zieht Shopify die Steuer ab und vermerkt an der Bestellung, dass der Empfänger die Steuer schuldet. Das funktioniert übrigens im Gast-Checkout und mit Shop Pay, aber nur, wenn Shopify Tax die Steuer berechnet.

Hier lohnt sich ein genauer Blick auf den Text der Rechnung. Shopify nennt die Ausnahme im Checkout „Reverse Charge“. Für eine Warenlieferung an ein Unternehmen in einem anderen EU-Land gehört auf die Rechnung aber der Hinweis auf die steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung mit beiden USt-IDs. Reverse Charge im engeren Sinn betrifft Dienstleistungen. Diese Klarstellung kam im Workshop, und sie ist der Grund, warum die Rechnungs-App den Hinweistext frei setzen können muss. Sufio bringt die Texte pro Land mit, bei Lexware Office stellst Du sie in der App ein, bei Order Printer schreibst Du sie in die Vorlage.

Schweiz: Ausfuhr

Lieferungen in die Schweiz sind steuerfreie Ausfuhrlieferungen. Auf der Rechnung steht kein deutscher Steuerbetrag, dafür der Hinweis auf die Ausfuhr, und der Kunde zahlt die Einfuhrumsatzsteuer und den Zoll in der Schweiz. In Shopify legst Du die Schweiz als eigenen Markt ohne Steuer an. Wichtig ist, dass das im Checkout schon so angezeigt wird, sonst bekommen Schweizer Kunden erst eine Rechnung mit deutscher Steuer und dann eine zweite vom Zoll. Das alles gilt, solange Du in der Schweiz nicht selbst steuerpflichtig bist. Wer im Jahr mindestens 100.000 Franken Umsatz mit Kleinsendungen in die Schweiz macht, muss sich dort für die Mehrwertsteuer registrieren und berechnet dann Schweizer Mehrwertsteuer.

9So fiel die Entscheidung im Migrationsprojekt

Zurück zum Fachhändler. Der Plan war zuerst Lexware Office, weil die Buchhaltung dort läuft und der Steuerberater den DATEV-Export gewohnt ist. Im Workshop zu Versand, Recht und Steuern haben wir die Anbindung geprüft und zwei Dinge festgestellt. OSS ist aktiv und eine Registrierung in anderen EU-Ländern ist nicht nötig. Und das Reverse-Charge-Feld im Checkout deckt die Geschäftskunden ab. Beides funktioniert mit Sufio genauso wie mit Lexware Office.

Den Ausschlag gab am Ende der Kauf auf Rechnung. Der Händler bietet ihn ohne Klarna und ohne Zahlungsdienstleister an, also mit eigenem Mahnwesen. Dafür braucht er eine Zahlungserinnerung, die aus dem Shop heraus an die Bestellung hängt, und einen Storno für Vorkasse-Bestellungen, die nicht bezahlt werden. Beides wird mit den Abläufen in Sufio gebaut, mit der Rechnung beim Bestelleingang, einer Erinnerung nach einer festen Frist und dem Storno, wenn die Vorkasse ausbleibt. Mit der Rechnung aus der Buchhaltung wäre jede Erinnerung ein Wechsel zwischen zwei Systemen gewesen.

Mitte September sind diese Abläufe mit Testbestellungen für Vorkasse und Kauf auf Rechnung durchgelaufen, und dabei sind ein paar Punkte aufgefallen. Als Ergebnis kommt die Rechnungsnummer als Verwendungszweck in den Text für Vorkasse. Bei Kauf auf Rechnung stand auf der Rechnung fälschlich „Rechnungsbetrag bereits bezahlt“, und die Gutschrift beim Storno lief trotz aktivierter Einstellung noch nicht sauber. Die hochgeladene Hausschrift greift im PDF nicht, dazu ist der Support von Sufio gefragt. Die Rechnung von Shopify selbst wird deaktiviert. Rechnung und Bestellung werden über die Bestellnummer zugeordnet, die Rechnungsnummer ist im Admin nicht direkt sichtbar. Deshalb lohnt es sich, jede Rechnungslösung vor dem Go-Live mit Testbestellungen für alle Zahlungsarten durchzuspielen.

Zwei weitere Details aus der Umsetzung. Die Bankverbindung steht im Checkout und auf der Rechnung, damit Vorkasse-Kunden nicht suchen müssen, und das Rechnungstemplate zeigt nur ein Konto, auch wenn das Unternehmen mehrere hat. Und der Wechsel zur anderen Lösung bleibt offen. Sollte die Rechnung später doch aus Lexware Office kommen, haben wir den Umstieg im Workshop mit weniger als einem halben Tag Aufwand eingeschätzt. Das ist eine Schätzung für dieses Projekt, bei anderen Shops kann es mehr sein. Wenn Du auch im Laden verkaufst, druckt dort die Kasse den Beleg, dazu gibt es den Beitrag zu Shopify POS in Deutschland.

Wenn Du gerade vor einer Migration zu Shopify stehst, nimm die Rechnungsfrage in den ersten Workshop. Sie klingt erstmal klein, aber sie zieht Steuerberater, Zahlungsarten und Länder mit sich. Wer sie erst nach dem Go-Live stellt, muss Rechnungsversand und Abläufe im laufenden Betrieb nachziehen. Nach dem Go-Live gehört die Pflege der Abläufe zum On-Demand-Support, den ich für laufende Shops anbiete.

Illustration: von einem Laptop mit Onlineshop führen drei Wege zu einer Rechnung, einer aus dem Drucker, einer als Brief in einen Briefkasten, einer in einen Ordner der Buchhaltung
Drei Orte, an denen die Rechnung entstehen kann: aus dem Drucker, aus dem Shop, aus der Buchhaltung.

Rechnungsversand, Mahnwesen und Storno als Abläufe einrichten?

Mit dem On-Demand-Support richte ich Rechnungs-App, Zahlungserinnerungen und den Storno unbezahlter Bestellungen als feste Abläufe in Deinem Shop ein. Du bekommst einen Testlauf mit Testbestellungen und eine kurze Anleitung für Dein Team.

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Fazit

An Verbraucher musst Du keine Rechnung ausstellen, an Geschäftskunden schon. Wenn Du Rechnungen per Mail verschicken willst, brauchst Du in Shopify eine App oder eine angebundene Buchhaltung, und dafür gibt es vier Wege. Order Printer reicht, wenn Du wenige Bestellungen hast und jede Rechnung ohnehin in die Hand nimmst. Order Printer Pro passt, wenn die Rechnung automatisch rausgehen soll und Du keine Steuerfunktionen brauchst. Sufio passt, wenn die Rechnung automatisch beim Bezahlen rausgehen soll und Du Kauf auf Rechnung mit Erinnerungen aus dem Shop heraus steuern willst. Lexware Office passt, wenn Deine Buchhaltung dort läuft und Du Rechnung, Zahlungsabgleich und DATEV-Export an einem Ort haben willst. Ein späterer Wechsel ist möglich, im Migrationsprojekt haben wir ihn auf weniger als einen halben Tag geschätzt.

Der erste Schritt: Öffne im Admin eine Bestellung der letzten Woche und schau, was der Kunde bekommen hat. Wenn es nur die Bestellbestätigung war und Du an Geschäftskunden verkaufst oder Rechnungen verschicken willst, brauchst Du eine der vier Lösungen. Dann kläre mit Deinem Steuerberater, ob die Rechnung im Shop oder in der Buchhaltung entstehen soll, denn diese eine Frage entscheidet über den Weg.

Häufige Fragen

Erstellt Shopify automatisch Rechnungen?

Nur eingeschränkt. Shopify verschickt nach dem Kauf eine Bestellbestätigung mit Positionen, Preisen und Steuern, aber keine Rechnung per Mail. Mit Shopify Tax kannst Du für Bestellungen in die EU und nach Großbritannien eine Umsatzsteuer-Rechnung aktivieren, die der Kunde auf der Bestellstatus-Seite als PDF findet. Der Button „Rechnung senden“ im Admin gehört zu Bestellentwürfen und schickt eine Zahlungsaufforderung mit Bezahllink. Für eine Rechnung per Mail brauchst Du eine App wie Sufio oder Order Printer Pro oder eine angebundene Buchhaltung wie Lexware Office.

Kann Shopify Rechnungen erstellen?

Shopify selbst erstellt keine Rechnung mit fortlaufender Nummer. Du bekommst eine Bestellbestätigung, mit Shopify Tax für EU-Bestellungen eine Umsatzsteuer-Rechnung auf der Bestellstatus-Seite und über Bestellentwürfe eine Zahlungsaufforderung. Für Rechnungen mit Nummernkreis brauchst Du Order Printer (von Hand), Order Printer Pro oder Sufio (automatisch) oder eine Buchhaltung wie Lexware Office.

Wie verschicke ich Shopify Rechnungen automatisch?

Mit einer App, die beim Bezahlen der Bestellung die Rechnung erzeugt und per Mail verschickt: Order Printer Pro (kostenlos bis 50 Bestellungen im Monat) oder Sufio (ab 7 US-Dollar). Beide führen fortlaufende Rechnungsnummern und legen Gutschriften an. Wer die Rechnung aus der Buchhaltung verschicken will, nimmt die App für Lexware Office, dann entsteht die Rechnung dort und geht von dort raus.

Was kostet Order Printer Pro?

Bis 50 Bestellungen im Monat ist die App kostenlos. Darüber kostet sie 10 US-Dollar im Monat bis 500 Bestellungen, 20 US-Dollar bis 5.000 und 40 US-Dollar darüber, Stand 12. Oktober 2026 im Shopify App Store.

Muss ich jedem Kunden eine Rechnung ausstellen?

Nein. An Verbraucher musst Du in Deutschland keine Rechnung ausstellen, eine allgemeine Pflicht gibt es nach § 14 Abs. 2 UStG nicht. Lieferst Du an ein Unternehmen für dessen Betrieb, musst Du innerhalb von sechs Monaten eine Rechnung ausstellen. Sobald Du Rechnungen verschickst, müssen sie die Pflichtangaben tragen. Für die steuerliche Bewertung Deines Falls fragst Du am besten Deinen Steuerberater.

Was kostet Sufio für Shopify?

Der Starter-Tarif kostet 7 US-Dollar im Monat für 15 Rechnungen, Growth 19 US-Dollar für 50, Professional 49 US-Dollar für 5.000 und Premium 129 US-Dollar ohne Limit. Alle Preise stammen von der Preisseite von Sufio, Stand 20. September 2026, und werden in US-Dollar abgerechnet.

Reicht Order Printer von Shopify für Rechnungen?

Order Printer ist kostenlos und erstellt Rechnungen, Lieferscheine und Picklisten aus Liquid-Vorlagen, auch für bis zu 50 Bestellungen auf einmal. Die App verschickt aber nichts automatisch und führt keine eigene Rechnungsnummer, als Nummer dient die Bestellnummer. Für einen Shop mit wenigen Bestellungen, der jede Rechnung von Hand mitschickt, reicht das. Für automatischen Versand brauchst Du eine andere Lösung.

Wie verbinde ich Shopify mit Lexware Office?

Über eine App aus dem Shopify App Store, etwa „Lexware Office (lexoffice)“ von Eshop Guide ab 13 US-Dollar im Monat oder „Lexware Office+“ von Appify ab 10 US-Dollar. Die App legt für jede Bestellung eine Rechnung in Lexware Office an, kann sie per Mail an den Kunden schicken und gleicht Zahlungen von Shopify Payments, PayPal und Klarna ab. Dazu kommt das Abo von Lexware Office selbst.

Wie lange muss ich Rechnungen aus dem Shop aufbewahren?

Seit dem 1. Januar 2025 acht Jahre, vorher waren es zehn. Die Frist gilt für Buchungsbelege im Handels- und Steuerrecht und damit auch für Ausgangsrechnungen aus dem Shop. Die Rechnungen müssen die ganze Zeit lesbar bleiben, deshalb gehören sie als PDF in ein Archiv und nicht nur in die App.

Muss ich ab 2027 E-Rechnungen aus dem Shop verschicken?

Nur für Geschäftskunden im Inland. Seit dem 1. Januar 2025 musst Du E-Rechnungen empfangen können. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz sie auch ausstellen, ab 2028 alle. Rechnungen an Verbraucher und Kleinbeträge bis 250 Euro brutto sind ausgenommen. Sufio und Lexware Office erzeugen die strukturierten Formate bereits.

Alexander Karl, Shopify Freelancer aus Berlin

Alexander Karl

Shopify Freelancer und E-Commerce Berater, Berlin

Ich baue und optimiere Shopify-Shops für Händler, die selbst anpacken: Launch, Migration, Conversion-Optimierung und laufender Support. Vorher war ich mehrere Jahre als Interim Product Manager im E-Commerce von Mittelstand und Konzernen unterwegs.

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