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Shopify hat jetzt eigene A/B-Tests: Was sie können und wo ein Testing-Tool weiter nötig ist

Seit Juni 2026 kannst Du in Shopify zwei Themes oder zwei Checkout-Konfigurationen gegeneinander laufen lassen, ohne App. Hier steht, was das Bordmittel leistet, wo es aufhört und welches Werkzeug drei Hypothesen aus einer Testreihe brauchen.

Alexander Karl von Alexander Karl 15 Min. Lesezeit Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026
Shop-Inhaberin und Freelancer am Laptop, auf dem Bildschirm zwei Varianten derselben Produktseite mit Vergleichsbalken, Berliner Loft
Zwei Fassungen, ein Ergebnis: Seit Juni 2026 geht das für Themes und Checkout direkt in Shopify. Für die Stelle im Shop braucht es weiter ein Tool.

Das Wichtigste in Kürze

  • Shopify Rollouts gibt es seit dem 5. Juni 2026. Damit vergleichst Du zwei ganze Themes oder zwei Checkout-Konfigurationen gegeneinander, ab dem Grow-Tarif und ohne zusätzliche App.
  • Die Auswertung zeigt Dir Conversion Rate, Absprungrate, Warenkorb-Rate und Checkout-Rate pro Variante, aber keine Signifikanz. Ob ein Unterschied Zufall ist, musst Du selbst rechnen.
  • Tests an einer einzelnen Stelle im Theme, Zielgruppen nach Gerät oder Herkunft, Preistests und Warenkorbwert als Kennzahl gehen weiterhin nur mit einem Tool wie Shoplift, ab 99 US-Dollar im Monat.
  • Faustregel: Theme-Wechsel, Redesign und Checkout-Einstellungen mit Rollouts, alles auf Elementebene mit einem Tool. Beides lohnt sich erst ab rund 20.000 Besuchern im Monat.

Seit der Summer Edition kommt die Frage in fast jedem Erstgespräch zum Thema Conversion: „Shopify kann doch jetzt selbst A/B-Tests. Brauchen wir das Testing-Tool dann überhaupt noch?“ Die kurze Antwort hängt davon ab, was Du testen willst. Für einen Theme-Wechsel oder eine neue Checkout-Konfiguration reicht das Bordmittel. Für die Frage, ob ein Bundle-Block auf der Produktseite mehr verkauft als drei Preisstufen, reicht es nicht.

Shopify nennt die Funktion Rollouts. Sie liegt im Admin unter Märkte, gibt es seit dem 5. Juni 2026 und kostet nichts extra. Ich habe sie für diesen Beitrag anhand der Shopify-Hilfe durchgearbeitet und gegen Shoplift gestellt, das Tool, mit dem ich im Testing-Paket arbeite. Am Ende bekommst Du drei Hypothesen aus einer Testreihe und für jede das Werkzeug, das sie braucht.

Eine Sache vorweg, weil sie für beide Werkzeuge gilt. Ein Test braucht Traffic. Unter rund 20.000 Besuchern im Monat dauert ein einzelner Test so lange, dass Du in der Zeit besser die 15 Hebel ohne Test abarbeitest. Dazu unten mehr.

1Was Shopify Rollouts seit Juni 2026 können

Ein Rollout ist bei Shopify ein Paket von Änderungen an Deinem Haupt-Theme, an Deiner Checkout- und Kundenkonto-Konfiguration oder an beidem, mit Startzeitpunkt und Endzeitpunkt. Davon gibt es zwei Arten. Ein Launch spielt die Änderung an alle oder an einen Teil der Besucher aus, zum Beispiel ein Aktions-Theme von Freitag bis Sonntag, das danach automatisch zurückgestellt wird. Ein Experiment teilt die Besucher in Kontrolle und Variante und vergleicht beide. Launches gibt es ab dem Basic-Tarif, Experimente ab Grow (Shopify-Hilfe).

Das Prinzip ist eigentlich einfach. Shopify legt automatisch eine Kopie Deines veröffentlichten Themes oder Deiner Checkout-Konfiguration an. Diese Kopie bearbeitest Du im Theme-Editor wie gewohnt, während das Live-Theme unberührt bleibt. Alternativ tauschst Du das Theme komplett aus, etwa Dawn gegen Horizon. Pro Rollout ist eine Theme-Änderung und eine Checkout-Änderung erlaubt. Beim Austausch des Themes kannst Du zusätzlich Übersetzungen über eine kompatible App mitgeben, damit ein Test pro Markt läuft.

Wie viele Besucher die Variante sehen, stellst Du über die Reichweite ein, dazu wählst Du die Märkte. Ein Besucher landet pro Ressource immer nur in einem Rollout und bleibt dort. Mehrere Experimente auf demselben Theme sind schon möglich, Shopify verteilt den Traffic dann anteilig. Am Ende beendest Du das Experiment und entscheidest: Änderung dauerhaft übernehmen oder zurückrollen. Nach dem Übernehmen gibt es kein Zurück mehr, das steht so in der Hilfe.

Für die Auswertung bekommst Du bei einem Theme-Experiment vier Kennzahlen pro Variante: Conversion Rate im Zeitverlauf, Absprungrate, Warenkorb-Rate und Checkout-Rate. Bei einem Checkout-Experiment gibt es eine einzige, die Checkout-Conversion-Rate. Bei Launches kommen Umsatz, Bestellungen und durchschnittlicher Bestellwert dazu, bei Experimenten nicht (Rollout-Analytics).

Ein Punkt spricht klar für das Bordmittel. Den Checkout darf keine App anfassen, auch Shoplift nicht. Wenn Du wissen willst, ob Express-Buttons oben oder unten, Gastbestellung oder Konto-Pflicht besser konvertiert, dann ist Rollouts im Moment der einzige Weg, das mit echten Besuchern zu prüfen.

Vorsicht

Zwei Fallen aus der Hilfe übersieht man leicht. Wenn Du einen Rollout mit „sofort“ startest statt mit einem geplanten Zeitpunkt, sammelt Shopify keine Analytics dafür. Und wenn Du während eines laufenden Experiments die Variante oder die Kontrolle bearbeitest, verfälscht das die Ergebnisse. Also erst mal fertig bauen, dann planen, dann in Ruhe laufen lassen.

2Wo die Bordmittel aufhören

Rollouts testet Versionen, keine Stellen. Das ist der Kern des Unterschieds, und daraus ergeben sich fünf Grenzen, die Du kennen solltest, bevor Du Dein Testing-Tool kündigst.

Nur Theme-Editor, kein Liquid

In der Theme-Kopie kannst Du ja alles ändern, was der Theme-Editor hergibt: Einstellungen, Sections, Blöcke, Reihenfolgen, Farben. Was Du nicht kannst, sind Änderungen an Liquid-Templates. Ein neuer Cross-Sell-Block im Warenkorb, eine andere Logik für Bundles, ein Vertrauensbaustein, den Dein Theme nicht mitbringt, all das fällt raus. Vintage-Themes und Headless-Shops gehen gar nicht.

Ganzer Shop statt einer Seite

Du kannst in der Kopie auch nur eine Einstellung ändern, dann ist der Test technisch ein Elementtest. Aber der Test läuft über alle Seiten und die Auswertung zeigt die Conversion Rate des ganzen Shops. Ändert sich nur die Produktseite, verwässert der Traffic auf Startseite, Kollektionen und Blog das Ergebnis. Bei einem Tool testest Du ein Template und bewertest den Traffic, der das Template gesehen hat.

Keine Signifikanz

Die Auswertung zeigt Dir zwei Zahlen nebeneinander und sonst nichts. Ob 2,9 % gegen 2,6 % ein Ergebnis oder Rauschen ist, musst Du selbst rechnen. Bei 1.000 Besuchern pro Variante sind das 29 gegen 26 Bestellungen, und drei Bestellungen Unterschied entscheiden nichts. Ein kostenloser Signifikanzrechner reicht für die Rechnung, aber Du musst eben daran denken, und Du musst Besucher und Bestellungen pro Variante aus dem Bericht ziehen.

Keine Zielgruppen und kein Gerät

Die einzige Steuerung ist der Markt. Nach Gerät, Traffic-Quelle oder Neukunde gegen Bestandskunde kannst Du weder steuern noch auswerten. In den Shops, die ich betreue, kommen 70 bis 80 % der Besucher mobil. Ein Test, der am Handy gewinnt und am Desktop verliert, sieht in der Summe wie ein Unentschieden aus, und Du erfährst es nicht.

Kein Preis, kein Warenkorbwert

Preise und Versandkosten kann ein Rollout nicht ändern. Und bei Experimenten fehlt der Bestellwert in der Auswertung. Ein Upsell im Warenkorb, der die Conversion Rate nicht bewegt, aber jeden Warenkorb um 15 € erhöht, sieht in Rollouts wie ein Test ohne Ergebnis aus. Dabei ist er der Test, der sich am schnellsten rechnet.

Du hast eine Hypothese, aber kein Werkzeug dafür?

Im Testing-Paket übernehme ich das komplett: Hypothese, Variante im Theme, Laufzeit bis zum belastbaren Ergebnis, Einbau des Gewinners. Mindestens zwei Tests pro Monat, Shoplift-Lizenz inklusive. Im Erstgespräch schauen wir in 30 Minuten auf Deinen Traffic und ich sage Dir, ob sich das bei Dir schon lohnt.

Testing-Paket besprechen

3Was ein Testing-Tool anders macht

Ich arbeite mit Shoplift, weil es Varianten dort baut, wo ich sie ohnehin baue: im Theme. Andere Tools legen ein JavaScript über die Seite und tauschen Elemente nach dem Laden aus. Das flackert, kostet Ladezeit und bricht bei jedem Theme-Update. Shoplift dupliziert ein Template oder ein Theme in Shopify selbst, Du bearbeitest die Variante im normalen Theme-Editor, auch mit eigenem Liquid, und der Besucher bekommt von Anfang an die richtige Fassung ausgeliefert.

Daraus ergeben sich drei Testarten. Der Template-Test nimmt eine Produktseite, eine Kollektion, die Startseite oder eine Landingpage und vergleicht zwei Fassungen genau dieser Seite, ausgewertet nur mit dem Traffic, der sie gesehen hat. Der Theme-Test vergleicht zwei Themes und deckt Navigation, Warenkorb-Drawer, Ankündigungsleiste und Redesigns ab. Der URL-Split-Test schickt Besucher auf zwei verschiedene Adressen, etwa Startseite gegen Landingpage.

Die Auswertung rechnet mit, wann ein Ergebnis belastbar ist, und ordnet Bestellungen den Varianten eins zu eins zu. Du siehst Conversion Rate, Bestellwert und Umsatz pro Besucher, getrennt nach Gerät. Shoplift empfiehlt, einen Test erst zu beenden, wenn die Signifikanz erreicht ist, auch wenn eine Variante früh vorne liegt. Als Schwelle nannte mir Shoplift im Partnergespräch rund 93 % für Text- und Layouttests und 95 % oder mehr für Preistests.

Preistests gibt es im Advanced-Tarif. Shoplift rendert die Testpreise serverseitig und setzt sie bis in den Warenkorb durch. Dazu kommen dort Segmente nach Land und Kampagne, eine GA4-Anbindung und eine JavaScript-API für eigene Tests, zum Beispiel für Versandkostenschwellen, die eine eigene Shopify Function brauchen.

Laut Preisseite kostet Core 99 US-Dollar im Monat bis 50.000 Besucher und Advanced 299 US-Dollar bis 100.000 Besucher, beide mit 14 Tagen Testphase, Stand September 2026. Was Shoplift nicht kann, steht in der eigenen FAQ: keine Tests im Checkout, keine dritte Variante pro Test, kein Headless. Und als Traffic-Richtwert nennt die FAQ mindestens 10.000 Besucher pro Variante und 14 Tage Laufzeit.

4Drei Hypothesen aus einer Testreihe und das passende Werkzeug

Bei einem D2C-Händler mit Geräten und Zubehör liegen für die erste Testreihe drei Hypothesen auf dem Tisch. An ihnen lässt sich die Werkzeugfrage besser erklären als an jeder Tabelle.

Die erste Hypothese betrifft den Aufbau der Produktseite. Heute gibt es ein Vorteilsset, die Variante zeigt stattdessen drei Preisstufen zur Auswahl. Das ist ein neuer Block mit eigener Logik, also Liquid. Rollouts fällt damit raus. Es wird ein Template-Test auf der Produktseite, bewertet mit Conversion Rate und Bestellwert, weil die Stufen den Warenkorb verändern sollen.

Die zweite Hypothese ist ein Upsell im Warenkorb-Drawer: ein Zweitgerät zum Bundle-Preis, direkt im Drawer, bevor der Kunde zum Checkout geht. Auch hier braucht die Variante Code, und die Kennzahl ist der Bestellwert, nicht die Conversion Rate. In Rollouts würde dieser Test aus zwei Gründen nichts zeigen. Er läuft dort als Theme-Test, und das Bordmittel weist bei Experimenten keinen Bestellwert aus.

Die dritte Hypothese dreht sich um die Ads. Sie führen heute auf die Startseite, die Variante ist eine eigene Landingpage. Das ist ein URL-Split-Test. Rollouts kann keine Besucher auf eine andere Adresse leiten. Bei einem kleineren Shop bräuchte es diesen Test eigentlich nicht, weil eine Landingpage gegen die Startseite fast immer gewinnt. Bei diesem Händler geht es aber um den Ads-Traffic für das vierte Quartal, da will ich die Zahl haben.

Rollouts hätte in dieser Reihe an zwei Stellen seinen Platz. Wenn der Händler das Theme wechselt, teste ich das neue gegen das alte als Rollout, weil da ein Theme-Test im Tool nichts besser macht. Und für die Checkout-Einstellungen, also Express-Buttons, Gastbestellung, Reihenfolge der Felder, gibt es ohnehin nur Rollouts.

Aus der Praxis

Bei einem Händler für Werkzeuge und Werkstattbedarf haben wir über ein halbes Jahr eine Testreihe auf dem laufenden Shop gefahren, jeder Test mit einer Hypothese und einer Änderung. Am Ende standen 7 % mehr Conversion und 12 % weniger Kaufabbrüche. Keiner dieser Tests war ein Vergleich von zwei Themes. Getestet wurden Stellen, etwa der obere Teil der Produktseite, die Suche und der Weg in den Checkout. Solche Ergebnisse kommen aus vielen kleinen Vergleichen, und dafür braucht es ein Werkzeug, das Stellen testen kann.

5Die Entscheidung: Rollouts oder Tool, in einer Tabelle

Hier beides nebeneinander, so wie ich es im Erstgespräch aufmale. Die Angaben zu Rollouts stammen aus der Shopify-Hilfe, die zu Shoplift von der Preisseite und aus der FAQ, jeweils Stand September 2026.

FrageShopify RolloutsTesting-Tool (Shoplift)
Was wird verglichen?Zwei Theme-Versionen oder zwei Checkout-Konfigurationen, immer der ganze ShopZwei Fassungen eines Templates, zwei Themes oder zwei URLs
Eigener Code in der Variante?Nein, nur Theme-EditorJa, Liquid und JavaScript
Checkout testen?Ja, Konfiguration gegen KonfigurationNein, Shopify sperrt den Checkout für Apps
Kennzahlen bei ExperimentenConversion Rate, Absprungrate, Warenkorb-Rate, Checkout-RateConversion Rate, Bestellwert, Umsatz pro Besucher, eigene Ziele
SignifikanzNicht enthalten, selbst rechnenWird berechnet und angezeigt
ZielgruppenNur nach MarktGerät im Core-Tarif, Land und Kampagne im Advanced-Tarif
Preise und VersandkostenNeinPreise im Advanced-Tarif, Versandkosten über die API mit eigener Function
KostenKeine, ab Grow-Tarif99 oder 299 US-Dollar im Monat
Traffic-RichtwertKeine Angabe von Shopify10.000 Besucher pro Variante, 14 Tage

Die Regel, die ich daraus ziehe, passt in zwei Sätze. Rollouts nimmst Du für alles, was ohnehin eine ganze Version ist: Theme-Wechsel, Redesign, Aktions-Theme mit Zeitplan, Checkout-Einstellungen. Ein Tool nimmst Du für alles, was eine Stelle ist: Produktseite, Warenkorb, Bundles, Vertrauenselemente, Preise. Die meisten Hypothesen, die in einem laufenden Shop entstehen, sind Stellen.

6So läuft ein Test sauber, egal mit welchem Werkzeug

Das Werkzeug entscheidet nicht darüber, ob ein Test etwas taugt. Die meisten Tests, die ich in Shops vorfinde, scheitern an denselben Dingen, mit App wie ohne.

  • Die Hypothese steht vor dem Test, mit Begründung und der Kennzahl, die sich bewegen soll. „Wenn wir die Lieferzeit neben den Button stellen, steigt die Warenkorb-Rate am Handy, weil die Frage nach der Lieferung heute erst im Checkout beantwortet wird.“
  • Eine Änderung pro Test. Wer Button, Bild und Preisdarstellung gleichzeitig ändert, weiß am Ende nicht, was gewirkt hat.
  • Zwei volle Wochen Laufzeit, damit Wochentage und Wochenende drin sind, und mindestens die Besucherzahl, die das Tool nennt. Ein Test wird nicht beendet, weil eine Variante nach drei Tagen vorne liegt.
  • Während der Laufzeit wird nichts an Kontrolle oder Variante geändert, und es läuft keine Rabattaktion, die nur eine Seite trifft.
  • Der Gewinner wird fest ins Theme eingebaut und der Test wird dokumentiert, auch der verlorene. Ein verlorener Test verhindert, dass eine schlechte Idee dauerhaft live geht.
Illustration: ein Strom von Besuchern teilt sich an einer Gabelung auf zwei fast gleiche Shop-Seiten, die rechte in Lime, darunter eine Waage
Ein Test teilt Besucher auf zwei Fassungen und misst, welche mehr verkauft. Das Werkzeug entscheidet, wie fein die Fassungen sich unterscheiden dürfen.

Am Ende bleibt die Frage nach dem Traffic. Mit 10.000 Besuchern pro Variante und zwei Wochen Laufzeit brauchst Du rund 20.000 Besucher im Monat auf den Seiten, die Du testest. Liegst Du darunter, dann testest Du nicht, sondern gehst die offensichtlichen Lücken durch. Das klingt erstmal nach der zweitbesten Lösung, ist bei wenig Traffic aber die schnellere. Wie das aussieht, steht im Beitrag zu den 15 Hebeln nach Aufwand, und ob Du das mit einem Freelancer oder einer Agentur angehst, klärt der Beitrag zur Zusammenarbeit. Ab der Schwelle lohnt sich Testing, und dann meistens beides: Rollouts für die großen Versionen, ein Tool für die Stellen.

Erst rechnen, dann testen

Im Erstgespräch schauen wir auf Deine Sitzungen der letzten 30 Tage, auf Deinen Tarif und auf die Hypothesen, die Du schon hast. Danach weißt Du, ob Rollouts reicht, ob sich das Testing-Paket lohnt oder ob ein CRO-Sprint ohne Test der bessere erste Schritt ist. 30 Minuten, ohne Folie.

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Fazit

Shopify Rollouts ist ein gutes Werkzeug für die Fälle, für die es gebaut wurde: ein neues Theme gegen das alte, eine Checkout-Konfiguration gegen die andere, ein Aktions-Theme mit Zeitplan. Für den Checkout ist es sogar der einzige Weg. Sobald eine Hypothese eine Stelle im Shop betrifft, eigenen Code braucht, nach Gerät ausgewertet werden soll oder den Bestellwert bewegt, bleibt ein Testing-Tool nötig. Und ohne rund 20.000 Besucher im Monat braucht es erstmal keins von beiden.

Der erste Schritt: Öffne Shopify Analytics und notiere Dir die Sitzungen der letzten 30 Tage, gesamt und mobil. Dann schreib Deine drei wichtigsten Hypothesen auf, jede mit der Kennzahl, die sich bewegen soll. Steht bei allen drei „Conversion Rate des ganzen Shops“ und lässt sich die Änderung im Theme-Editor bauen, reicht Rollouts. Steht dort eine Seite, ein Block oder der Bestellwert, brauchst Du ein Tool.

Häufige Fragen

Kann Shopify jetzt A/B-Tests ohne App?

Ja, seit dem 5. Juni 2026 über Rollouts unter Märkte im Admin. Du kannst zwei Themes oder zwei Checkout-Konfigurationen gegeneinander testen, Shopify legt dafür automatisch eine Kopie an. Getestet wird immer die ganze Theme-Version oder die ganze Checkout-Konfiguration, kein einzelnes Element auf einer bestimmten Seite.

In welchem Shopify-Tarif gibt es die eigenen A/B-Tests?

Experimente, also der Vergleich von Variante und Kontrolle, gibt es ab dem Grow-Tarif. Zeitgesteuerte Rollouts ohne Vergleich, etwa ein Theme, das am Montag um 9 Uhr live geht und am Sonntag zurückgestellt wird, gibt es schon ab Basic. Eine zusätzliche Gebühr fällt in beiden Fällen nicht an.

Zeigt Shopify Rollouts an, ob ein Testergebnis signifikant ist?

Nein. Die Auswertung zeigt bei Theme-Experimenten die Conversion Rate im Zeitverlauf, die Absprungrate, die Warenkorb-Rate und die Checkout-Rate pro Variante, bei Checkout-Experimenten nur die Checkout-Conversion-Rate. Eine Konfidenz oder ein Hinweis auf einen Gewinner fehlt. Du rechnest die Signifikanz selbst, zum Beispiel mit einem kostenlosen Rechner, und brauchst dafür Besucher und Bestellungen pro Variante.

Kann ich mit Rollouts eine einzelne Überschrift oder einen Button testen?

Nur eingeschränkt. Du kannst in der Theme-Kopie eine einzige Einstellung ändern, dann ist der Unterschied zwischen Kontrolle und Variante eben diese Einstellung. Es gehen aber nur Änderungen über den Theme-Editor, kein Liquid, keine neue Section aus eigenem Code. Der Test läuft dabei immer über den ganzen Shop, und ausgewertet wird die Conversion Rate des Shops, nicht die einer Seite oder eines Templates.

Was kostet ein Testing-Tool wie Shoplift?

Shoplift Core kostet 99 US-Dollar im Monat bis 50.000 Besucher und enthält Template-Tests, Theme-Tests, URL-Split-Tests, Signifikanzrechnung und Auswertung nach Gerät. Advanced kostet 299 US-Dollar im Monat bis 100.000 Besucher und ergänzt Preistests, Segmentierung nach Land und Kampagne, GA4-Anbindung und eine JavaScript-API. Beide Tarife gibt es 14 Tage zum Ausprobieren, Stand September 2026.

Ab wie viel Traffic lohnt sich A/B-Testing in Shopify?

Shoplift nennt als Richtwert mindestens 10.000 Besucher pro Variante und 14 Tage Laufzeit, also rund 20.000 Besucher pro Test. Darunter läuft ein einzelner Test schnell zwei oder drei Monate. Für Shops unter dieser Schwelle ist ein Audit ohne Test der schnellere Weg, weil die meisten Lücken auch ohne Test sichtbar sind.

Kann ich den Shopify-Checkout per A/B-Test optimieren?

Mit Rollouts ja. Du legst eine zweite Checkout- und Kundenkonto-Konfiguration an und vergleichst beide, ausgewertet wird die Checkout-Conversion-Rate. Externe Tools dürfen den Checkout nicht anfassen, Shoplift sagt das in der eigenen FAQ ausdrücklich. Für Checkout-Einstellungen ist das Bordmittel deshalb im Moment die einzige Möglichkeit.

Alexander Karl, Shopify Freelancer aus Berlin

Alexander Karl

Shopify Freelancer und E-Commerce Berater, Berlin

Ich baue und optimiere Shopify-Shops für Händler, die selbst anpacken: Launch, Migration, Conversion-Optimierung und laufender Support. Vorher war ich mehrere Jahre als Interim Product Manager im E-Commerce von Mittelstand und Konzernen unterwegs.

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