Shopify

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem Shopify Freelancer

Freelancer oder Agentur? Welches Modell passt zu deinem Shopify-Projekt, und worauf du bei der Zusammenarbeit achten solltest.

· 13 Min. Lesezeit · von Alexander Karl

Letzte Woche hat mich ein Mittelständler aus Süddeutschland kontaktiert. Sein Problem: Ein Shopify-Store, den eine Agentur vor zwei Jahren aufgesetzt hat und der seitdem kaum angefasst wurde. Die Agentur hat den Retainer gekündigt, der interne Ansprechpartner hat gewechselt, und jetzt steht ein Relaunch an. Seine Frage: „Soll ich mir wieder eine Agentur suchen, oder kann das ein einzelner Freelancer stemmen?"

Diese Frage höre ich seit 2019 in irgendeiner Variante fast jede Woche. Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Weniger auf die Projektgröße (ein erfahrener Freelancer kann auch komplexe Stores bauen), sondern darauf, wie dein Unternehmen intern aufgestellt ist, was genau umgesetzt werden soll und wie schnell es gehen muss.

Was folgt, ist alles, was ich in über sechs Jahren als Shopify Freelancer gelernt habe. Wie die Zusammenarbeit konkret abläuft, was das Ganze kostet, wo die typischen Stolpersteine liegen. Und warum manche Projekte mit einem Freelancer besser laufen als mit einer 20-Personen-Agentur.

1. Freelancer oder Agentur?

Ich habe auf beiden Seiten gearbeitet, als Freelancer und mit Agenturen zusammen. Deshalb sage ich auch nicht, dass das eine grundsätzlich besser ist als das andere. Aber ich sehe, dass viele Unternehmen reflexartig zur Agentur greifen, weil sie denken: „Mehr Leute = mehr Sicherheit." Das stimmt so nicht. Manchmal ist genau das Gegenteil der Fall.

Wenn du mit einem Freelancer arbeitest, redest du mit der Person, die abends um 22 Uhr den Code committet. Nicht mit einem Account Manager, der deine Anfrage weiterleitet, die dann in einem Ticket-System landet und irgendwann von einem Junior-Entwickler bearbeitet wird, den du nie kennenlernst. Bei mir ist das so: Ich schreibe den Liquid-Code, ich konfiguriere die Metafields, ich teste den Checkout. Und ich bin derjenige, den du auf Slack oder per E-Mail erreichst, wenn etwas klemmt.

Heißt das, Agenturen sind schlecht? Nein. Wenn du einen kompletten Markenrelaunch planst, mit neuem Corporate Design, Shopify Plus mit B2B-Portal, gleichzeitig SEO, Content-Strategie und Performance-Marketing, dann brauchst du ein Team. Eine Agentur kann diese parallelen Streams koordinieren. Aber für die Mehrheit der Shopify-Projekte, die ich sehe (Theme-Anpassungen, Migrationen, Conversion-Optimierung, App-Integrationen), ist ein erfahrener Freelancer die schnellere und kosteneffizientere Lösung.

Du redest direkt mit dem Experten, der dein Projekt umsetzt. Kein Umweg über Account Manager.
Abrechnung stundenweise, tageweise oder auf Projektbasis. Du zahlst für das, was du tatsächlich brauchst.
Ein guter Shopify Freelancer kennt die Plattform in der Tiefe: Liquid, Storefront API, Shopify Functions, Checkout Extensions.
Kein Onboarding eines ganzen Teams nötig. Ein erfahrener Freelancer kann innerhalb weniger Tage produktiv arbeiten.

2. Wie die Zusammenarbeit abläuft

Der größte Unterschied zwischen einem professionellen Freelancer und jemandem, der „auch mal was mit Shopify gemacht hat"? Der Prozess. Guter Code allein reicht nicht. Was zählt, ist ein klarer Ablauf, an dem sich beide Seiten orientieren können, damit am Ende nicht nur ein funktionierender Store steht, sondern die Zusammenarbeit auch für alle Beteiligten angenehm war.

Erstgespräch und Anforderungsanalyse

Bevor ich irgendetwas anbiete, will ich verstehen, wo du stehst. Nicht nur technisch, auch geschäftlich. Hast du bereits einen Shopify-Store oder startest du bei null? Welches Shopsystem nutzt du aktuell, und warum willst du wechseln? Welche Systeme hängen dran (ERP, Warenwirtschaft, PIM, Zahlungsanbieter)? Und vor allem: Was ist das eigentliche Ziel? Mehr Conversion? Weniger manuelle Arbeit? Ein B2B-Portal zusätzlich zum B2C-Shop? Dieses Erstgespräch dauert meistens 30 bis 60 Minuten und ist kostenlos. Es spart beiden Seiten Wochen an Missverständnissen.

Angebot und Scope-Definition

Auf Basis des Gesprächs schreibe ich ein Angebot. Ein konkretes Papier, das klar benennt: Was ist drin, was ist nicht drin, wie lange dauert es voraussichtlich und was kostet es. Das klingt banal, ist es aber nicht. Die meisten Shopify-Projekte, die schiefgehen, scheitern nicht am Code, sondern daran, dass Auftraggeber und Freelancer unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was „fertig" bedeutet. Ein sauberer Scope verhindert das.

Umsetzung in Sprints

Ich arbeite nicht monatelang im Stillen und liefere dann am Ende ein „großes Reveal". Stattdessen teile ich die Arbeit in ein- bis zweiwöchige Sprints auf. Nach jedem Sprint siehst du den aktuellen Stand auf einer Staging-Umgebung, also einem Testshop, der aussieht und funktioniert wie dein echter Store, nur eben nicht live ist. Du kannst alles anklicken, testen und mir direkt Feedback geben. Wenn sich Prioritäten ändern (und das tun sie fast immer), passen wir den Plan für den nächsten Sprint an.

Go-Live und Übergabe

Der Launch selbst ist bei einem gut geplanten Projekt unspektakulär. Genau so soll es sein. Ich schalte den Store live, teste alle kritischen Flows (Checkout, Zahlungsabwicklung, E-Mail-Benachrichtigungen) und dann beginnt die Übergabe. Die umfasst eine Dokumentation aller Custom-Entwicklungen, nicht nur für dich, sondern auch für den nächsten Entwickler, der irgendwann an deinem Store arbeitet. Dazu kommt eine Einweisung deines Teams ins Shopify-Backend: Wie pflege ich Produkte, wie ändere ich Inhalte, wo fasse ich besser nichts an? Und wenn gewünscht, bleibe ich danach als laufender Support-Partner an Bord.

Praxis-Tipp

Kläre vor Projektstart, wer in deinem Unternehmen Entscheidungen trifft. In mindestens der Hälfte meiner Projekte war nicht der Code das Problem, sondern die Tatsache, dass drei Leute intern unterschiedliche Meinungen zum Design hatten und niemand die finale Freigabe geben wollte. Ein klarer Entscheider spart Wochen.

3. Freelancer vs. Agentur im Vergleich

Ich werde regelmäßig gefragt: „Kannst du das mal gegenüberstellen?" Beide Ansätze haben klare Stärken, und die richtige Wahl hängt davon ab, wo du gerade stehst.

Was ich aus Erfahrung sagen kann: Wenn dein Projekt einen klaren, technischen Fokus hat und du intern schon weißt, was du willst, fährst du mit einem Freelancer fast immer besser. Wenn du hingegen noch gar nicht weißt, wo die Reise hingeht und gleichzeitig Design, Content, SEO und Entwicklung brauchst, dann ist ein eingespieltes Agenturteam sinnvoller.

Shopify Freelancer

Passt bei fokussierten Projekten mit klarem Scope.

Ein Ansprechpartner für alles
Schnelle Reaktionszeiten
Kein Agentur-Overhead im Budget
Flexible Abrechnungsmodelle
Tiefe Shopify-Spezialisierung

Shopify Agentur

Sinnvoll bei großen Projekten mit vielen parallelen Streams.

Mehrere Spezialisten gleichzeitig
Eigenes Projektmanagement
Design + Entwicklung aus einer Hand
Breites Leistungsspektrum
Ausfallsicherheit bei Personal

4. Was kostet ein Shopify Freelancer?

Ein erfahrener Shopify Freelancer in Deutschland berechnet in der Regel zwischen 80 und 150 Euro pro Stunde. Das ist kein kleiner Betrag, aber du bekommst dafür auch keinen Berufseinsteiger, der sich erstmal in Liquid einlesen muss. Du bekommst jemanden, der weiß, warum dein Checkout auf Mobile nicht konvertiert, wie man eine Shopify-Plus-Migration plant, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden, und welches App-Setup für deinen Use Case tatsächlich Sinn macht.

Zum Vergleich: Agenturen berechnen für Shopify-Projekte meist zwischen 150 und 250 Euro pro Stunde. Der Aufschlag geht nicht in bessere Entwickler. Er geht in Projektmanager, Büroflächen, interne Meetings und die Agenturmarge.

Ich biete drei Abrechnungsmodelle an. Welches am sinnvollsten ist, hängt vom Projekt ab:

Stundenbasis

ab 129 €

pro Stunde zzgl. MwSt.

Für kleine Anpassungen und Bugfixes
Maximale Flexibilität
Transparente Zeiterfassung via Toggl

Tagessatz

ab 1.000 €

pro Tag zzgl. MwSt.

Meine Empfehlung für die meisten Projekte
Volle Tageskapazität inkl. Abstimmung
Planbare Kosten pro Sprint

Projektpauschale

individuell

nach Scope-Definition

Fester Preis, fester Scope
Kein Kostenrisiko für dich
Gut für klar definierte Projekte

Konkret gerechnet

Ein typisches Shopify-Projekt (Theme-Customizing, drei Custom Sections, Metafield-Setup, eine App-Integration) dauert bei mir etwa 5 bis 8 Arbeitstage. Auf Tagessatzbasis sind das 5.000 bis 8.000 Euro netto. Dieselbe Leistung bei einer Agentur? Rechne mit dem 1,5- bis 2,5-fachen, bei längerer Laufzeit, weil mehr Personen involviert sind und die Abstimmung allein schon Zeit kostet.

5. Wo Projekte scheitern (und was dagegen hilft)

In über sechs Jahren habe ich Projekte gesehen, die in drei Wochen sauber durchgezogen wurden, und welche, die sich über Monate hingezogen haben, obwohl der eigentliche Aufwand überschaubar war. Die Technik war fast nie das Problem. Es waren immer dieselben vier Dinge.

Scope Creep

„Können wir noch schnell…?" Dieser Satz hat mehr Shopify-Projekte ruiniert als schlechter Code. Es fängt harmlos an: eine zusätzliche Produktfilter-Logik hier, ein Sonderwunsch im Checkout dort. Einzeln betrachtet sind das Kleinigkeiten. In Summe verschiebt sich der Zeitplan um Wochen und das Budget verdoppelt sich. Ich habe das am Anfang selbst unterschätzt.

Mittlerweile gehe ich damit anders um: Jeder Scope wird vor Projektstart schriftlich festgehalten, als gemeinsame Grundlage. Wenn sich unterwegs etwas ändert (und das ist völlig normal), wird das als Change Request dokumentiert und separat geschätzt. Klingt bürokratisch, dauert aber fünf Minuten und spart Wochen an Diskussionen hinterher.

Erreichbarkeit

Das ist ein berechtigter Einwand. Jeder, der schon mal mit einem Freelancer gearbeitet hat, der plötzlich abtaucht, kennt das Gefühl. Ich arbeite deshalb mit festen Verfügbarkeitsblöcken: Wenn ich für dein Projekt eingeplant bin, bin ich in dieser Zeit erreichbar, per Slack, Mail oder im gebuchten Weekly. Wenn sich an meiner Kapazität etwas ändert, sage ich das proaktiv.

Dazu gibt es zu jedem laufenden Projekt ein kurzes, wöchentliches Status-Update: Was wurde erledigt, was steht als Nächstes an, wo brauche ich Input von dir. Zwei Minuten für mich, volle Transparenz für dich.

Technische Schulden

Ich kann dir gar nicht sagen, wie viele Stores ich übernommen habe, in denen das Theme-Liquid aussah, als hätten drei verschiedene Entwickler unabhängig voneinander daran gearbeitet. Weil genau das passiert ist. Eine App, die „mal schnell" installiert wurde und seitdem Inline-CSS injiziert. Ein Custom-Snippet, das niemand dokumentiert hat. Eine Checkout-Anpassung, die seit dem letzten Shopify-Update still und leise nicht mehr funktioniert.

Wenn ich einen bestehenden Store übernehme, mache ich als Erstes ein technisches Audit. Das dauert je nach Komplexität einen halben bis einen ganzen Tag. Danach weiß ich, welche Apps überflüssig sind, wo undokumentierte Anpassungen lauern und was beim nächsten Shopify-Update zum Problem werden könnte. Das spart am Ende echtes Geld, weil ich nicht blind in fremden Code reinentwickle.

Content-Lücken

Ein Szenario, das ich zu oft erlebt habe: Der Store ist technisch fertig, alle Sections stehen, der Checkout funktioniert. Aber der Launch verzögert sich um drei Wochen, weil die Produkttexte fehlen, die Kategoriebilder nicht in der richtigen Auflösung vorliegen und niemand intern Kapazität hat, die Inhalte einzupflegen. Deswegen definiere ich im Onboarding eine klare Zulieferliste: Welche Texte, Bilder und Informationen brauche ich von dir, in welchem Format und bis wann? Wenn du intern kein Content-Team hast, empfehle ich dir gerne jemanden aus meinem Netzwerk, aber die Verantwortung muss vorher klar sein.

Jedes Projekt startet mit einem schriftlichen Scope, der klar benennt, was drin ist und was nicht.
Feste Verfügbarkeitsblöcke und proaktive Kommunikation statt Ghosting.
Technisches Audit bei Übernahme bestehender Stores, bevor ich auch nur eine Zeile Code schreibe.
Klare Zulieferliste für Content und Assets, damit der Launch nicht an fehlenden Bildern scheitert.

6. Häufige Fragen

Was macht ein Shopify Freelancer genau?

Kurz gesagt: alles rund um deinen Store, was technisches Know-how erfordert. Das fängt bei Theme-Anpassungen an (eine neue Produktseite, ein angepasster Warenkorb, Custom Sections im Shopify-Editor) und geht über App-Integrationen, Performance-Optimierung und SEO bis hin zu kompletten Store-Aufbauten und Migrationen. Manche Freelancer fokussieren sich rein auf Frontend-Entwicklung mit Liquid und JavaScript, andere übernehmen auch Backend-Themen wie ERP-Anbindung, Shopify Functions oder Custom Checkout Extensions. Ich persönlich decke beides ab, weil ich finde, dass ein Store dann am besten funktioniert, wenn Frontend und Backend von jemandem gebaut werden, der das Gesamtbild versteht.

Woran erkenne ich einen guten Shopify Freelancer?

Zeigt er echte Referenzen, also live Stores, die du dir anschauen kannst, und nicht nur Screenshots? Stellt er im Erstgespräch die richtigen Fragen, oder nickt er alles ab und sagt „kein Problem"? Hat er Erfahrung mit deinem spezifischen Thema, also nicht nur „Shopify allgemein", sondern z.B. B2B, Shopify Plus, Multi-Language oder deine Branche? Gute Anlaufstellen sind das Shopify-Experts-Verzeichnis, LinkedIn oder schlicht Empfehlungen aus deinem Netzwerk. Plane etwas Vorlauf ein, denn die guten Leute sind selten sofort verfügbar.

Wie lange dauert ein typisches Shopify-Projekt?

Die Bandbreite ist groß. Eine einzelne Custom Section oder ein Theme-Tweak? Ein bis drei Tage. Ein kompletter Store-Aufbau mit individuellem Design, Produktdatenmigration und App-Setup? Vier bis acht Wochen, wenn alle Zulieferungen pünktlich kommen. Und ein Shopify-Plus-Projekt mit Checkout Extensions, ERP-Anbindung und B2B-Funktionalität? Da solltest du eher mit zwei bis vier Monaten rechnen. Lass dir im Erstgespräch eine realistische Timeline geben, nicht die optimistischste.

Kann ein Freelancer auch Shopify Plus?

Ja, aber nicht jeder. Shopify Plus bringt eigene Features mit, die man kennen muss: Checkout Extensions über Shopify Functions, B2B-Kataloge mit kundenspezifischen Preisen, Multi-Store-Setups, Script Editor (wird gerade abgelöst), Custom Pixels. Das ist ein anderes Level als ein Standard-Store. Wenn jemand sagt „Ich mach Shopify" heißt das nicht automatisch, dass er Shopify Plus beherrscht. Frag gezielt nach Plus-Referenzen und lass dir zeigen, welche Plus-Features der Freelancer schon produktiv eingesetzt hat.

Was passiert nach dem Go-Live?

Das hängt davon ab, was du brauchst. Manche Kunden brauchen nach dem Launch nichts mehr, der Store läuft, das Team kann ihn pflegen. Andere wollen jemanden im Hintergrund haben, der einspringt, wenn etwas klemmt oder Shopify ein Update ausrollt, das Anpassungen erfordert. Ich biete beides an: ein Stundenkontingent für ad-hoc-Support oder einen festen Wartungsvertrag mit garantierter Reaktionszeit. Für größere E-Commerce-Teams arbeite ich auch als Interim Product Owner und betreue den Shop langfristig, nicht nur technisch, sondern auch strategisch.


Alexander Karl

Alexander Karl

Shopify Freelancer seit 2019 · karl.cc

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